Mehr unter www.syaquila.de
Von unserem Ankerplatz im Norden Komodos wollen wir in einem Stück bis an die Westseite Sumbawas fahren. Die 160 sm sollten wir am zweiten Tag nachmittags geschafft haben. Um etwas Reserve zu aufzubauen, brechen wir am 13.7.09 schon eine Stunde vor Sonnenaufgang auf. Nur unter Genua kommen wir gut voran. Gegen 9 Uhr weht es mit 25 kn. Den starken Wind können wir gut gebrauchen, denn wir müssen einen Gegenstrom von 2 kn überwinden. Zwischen den Inseln Sangiang und Komodo erreicht der Gegenstrom fast 4 kn, aber auch der Wind hat auf 30 kn zugelegt. Es entstehen steile und relativ hohe Wellen, die von der Seite anrollen. So heftig wurden wir noch nie durchgeschüttelt.
Nach Sangiang nehmen Strom und Wellen allmählich ab. In der Bucht von Bima, der wir uns am frühen Nachmittag nähern, bläst es aber wieder kräftig mit 30 bis 35 kn aus Südost. Die Wellen sind jetzt aber erträglich, und der Gegenstrom ist auf 1,5 kn zurückgegangen. Später und in der Nacht nimmt der Wind bei hohem Land mehrmals so stark ab, dass wir mit Motor fahren müssen. Bei flachem Land bläst es dann wieder mit 20 bis 25 kn.
Als wir morgens nach der Insel Moyo nach einer Flaute wieder etwas Wind aufkommt, segeln wir mit Großsegel (2 Reffs) und Genua hoch am Wind. Mit abnehmender Landabdeckung nimmt der Wind ständig zu und wir machen bald 8 kn Fahrt. Auch die Strömung ist jetzt nur noch gering. Unter diesen Bedingungen können wir den angestrebten Ankerplatz doch noch bei Tageslicht erreichen.
Nachdem der Wind auf 30 bis 35 kn zugenommen und auf Ost gedreht hat, bergen wir das Großsegel und fahren mit einem kleinen Fetzen Genua weiter. Im Laufe des Tages nimmt der Wind nach und nach ab, reicht aber immer noch zum schnellen Segeln aus. Erst nachmittags müssen wir auf den letzten Seemeilen den Motor einsetzen. Gegen 17 Uhr ankern wir zwischen der Inselgruppe Serrengit und der Insel Sumbawa. Einer unserer härtesten Törns endet auf einem ruhigen Ankerplatz vor einem Ort (Bur, Labupadi) am Palmenstrand.
Am nächsten Tag fahren wir nachmittags weiter in Richtung Lombok. Wir haben uns für einen Nachttörn entschieden, weil unser Ziel, die Insel Gili Air an der Westseite Lomboks, in einem Tagestörn nicht zu erreichen ist. Der Wind ist schwach, wir fahren mit Motor. Vor Sonnenuntergang müssen wir mehreren Fischernetzen ausweichen. Bei Sonnenuntergang suche ich noch einmal den Horizont vor uns nach Netzbojen ab und finde auch eine in der Nähe der untergehenden Sonne. Doch dann konzentriere ich mich auf die Sonne, die am wolkenlosen Himmel untergeht. Kurz bevor die Sonne ganz versinkt, entsteht kurzzeitig ein grünes Licht. Jetzt habe ich endlich auch einen Green Flash gesehen.
Später kommt etwas Wind auf. Wir können segeln, aber nur sehr langsam. Nach zwei Stunden ist der Wind wieder so schwach, dass wir den Motor bemühen müssen. Bei Sonnenaufgang können wir die drei Inseln Trewangan, Meno und Air gut erkennen. Da unsere Seekarte hier sehr ungenau ist, umfahren wir die Inselgruppe an der Westseite. Südlich von Gili Air sehen wir mehrere kleine Boote, aber keine Segelyachten. Dagegen sind auf der gegenüberliegenden Seite vor Lombok bei dem Ort Pamenang mehrere Masten zu erkennen. Also entscheiden wir uns für den Ankerplatz bei Pamenang, den wir gegen 10 Uhr erreichen.
Die durch ein Riff geschützte Bucht gefällt uns gut, obwohl ein reger Bootsverkehr zu der Insel Gili Air herrscht. Abends wird es dann etwas ungemütlich, weil immer wieder Fallböen mit bis zu 35 kn über das Wasser fegen. Deshalb beschließen wir, am nächsten Morgen weiter nach Bali zu segeln.
Eine Stunde vor Sonnenaufgang lichten wir Anker und umfahren vorsichtig die in der Nähe liegende Perlenzuchtanlage. Beim ersten Tageslicht setzen wir Segel und rauschen schon bald mit mehr als 7 kn Fahrt Richtung Bali (Benoa). Eine große Gruppe kleiner Fischerboote mit bunten Segeln kreuzt unseren Kurs. Wir müssen mehrmals ausweichen. Inzwischen hat auch der Strom zugenommen und wir erreichen eine Geschwindigkeit von 8 bis 9 kn über Grund. Mittags sind wir schon bei der Insel Lembongan. Bei einem Strom von 4,5 kn kommen wir jetzt auf über 10 kn Fahrt. Plötzlich sehen wir vor uns steile brechende Wellen. Was ist das? Hier kann kein Riff sein. Allmählich begreifen wir, dass hier starke Ströme gegeneinander laufen und dadurch diese unheimlichen Wellen entstehen.
Nördlich der Halbinsel Serangan sollen nach unserem Handbuch zwei geschützte Ankerplätze liegen, die in unserer Seekate nicht eingezeichnet sind. Wir nähern uns der Einfahrt über den angegebenen Wegpunkt. Es gibt keinerlei Seezeichen, aber wir erkennen überall flaches Wasser. Im letzten Moment bremse ich ab und drehe um. Wir fahren weiter in den Hafen Benoa, der gut betonnt ist.
Auf der Suche nach einem Ankerplatz fahren wir langsam an der Bali Marina vorbei. Die Freyja (Hannelore und Günter) liegt an der Außenseite und wir werden in die Marina hinein gewunken. Es ist kaum zu fassen, dass wir sofort einen Platz in der kleinen Marina bekommen. Die meisten Segler haben das erst nach längerer Wartezeit geschafft.
Die Freyja kann am nächsten Morgen an einen Steg neben uns umziehen. Hannelore und Günter lagen längere Zeit vor Gili Air und sind erst in der Nacht nach Bali gefahren. Wir haben ihr Schiff vor Gili Air offensichtlich übersehen.
Bei dem Versuch einzuklarieren, werden wir überall abgewiesen weil Samstag ist. Mustafa, der Dockmaster der Marina kann das nicht glauben. Er hat bei den Stellen auch etwas zu erledigen und nimmt mich auf seinem Moped mit. Tatsächlich kann ich mit seiner Hilfe überall einklarieren (Harbour Master, Quarantine, Customs) außer bei Immigration. Bei Immigration bekomme ich Dank Mustafa einen Sondertermin am Sonntag, und das alles ohne die angeblich üblichen Sonderzahlungen (Schmiergeld). Es hat uns auch niemand gefragt, warum wir von Darwin (last port of call) bis Bali so lange unterwegs waren.
Nach dem erfolgreichen Einklarieren fahren wir mit einem Taxi nach Kuta, dem touristischen Zentrum Balis. Die langen Sandstrände und die vielen Läden und Restaurants sind nicht gut besucht. Bei den Touristen dominieren die Asiaten, deutsche Laute hören wir nirgends.
Abends vereinbaren wir mit Roman, einem Kellner im Marina-Restaurant, eine Tagestour über die Insel. Seinen Vorschlag modifizieren wir etwas nach den Angeboten, die wir Kuta bekommen haben. Schon vor 8 Uhr fahren wir mit Roman in Richtung Gianyar, wo wir uns die traditionellen Balinesischen Tänze ansehen wollen. Dabei überraschen uns der starke Verkehr und die dichte Besiedlung in dieser Region.
Die Tanzvorführung findet vor einigen hundert Zuschauern statt, die in der großen Mehrheit Indonesier sind. Vorgeführt wird der Barong-Tanz. Der Barong ist ein mystisches Wesen, das die auf der Erde existierenden guten Kräfte repräsentiert. Daneben gibt es Rangda, die Königin der Hexen, die das Böse verkörpert. In sieben Akten wir der Kampf zwischen gut und böse tänzerisch dargestellt. Am Ende soll es keinen Sieger geben, was wir allerdings so nicht erkennen können.
|
Barong in Aktion |
Anmutige Tänzerin |
In der Nähe von Ubud, das wegen seiner Handwerkskunst und der vielen Gold- und Silberläden bekannt ist, besuchen wir die Elephant-Tempelanlagen. Sie sollen von Buddhisten und Hindus benutzt worden sein.
|
Verkehrsreiches Bali |
In Elephant-Tempelanlage |
Auf dem weiteren Weg nach Norden kommen wir an Reisfeldern vorbei. Mittags erreichen wir den Ort Kintamani am Rande des Vulkans Batur (1717 m). Von einem Restaurant genießen wir den Blick auf den Vulkan, das weite grüne Tal und den Batur-See. Auf das Essen (Buffet) hätten wir verzichten können. Es war nicht gut, aber extrem teuer. Nach einem Abstecher an den See fahren wir zurück in den Süden der Insel, wo wir den Garuda-Wisnu-Kulturpark besuchen.
Wisnu ist der Gott der Weisheit und Garuda ein mystischer Vogel, auf dem Wisnu reitet. Die besondere Attraktion des Kulturparks sind die riesigen Statuen von Wisnu (Stein) und Garuda (Bronze). Außerdem hat man von den Statuen einen herrlichen Blick auf Bali und seine Strände. Bei kühlem Bier und kleinem Imbiss lassen wir den interessanten Tag im Park ausklingen.
|
Gott Wisnu |
Vogel Garuda |
Ein Kontrastprogramm zu den vielen kleinen Läden und mit Müll beladenen Strassen findet man im Galeria-Einkaufszentrum. Die Außenanlagen sind ansprechend und relativ gepflegt und in den Geschäften kann man so gut wie alles kaufen. In einem Komplex werden alle noblen und teuren Markenprodukte dieser Welt angeboten. Die Kunden sind hier überwiegen Japaner und Chinesen. Für uns sind der große Supermarkt und die Restaurants mit Wifi interessanter.
Von Benoa auf Bali wollen wir nach Borneo segeln. Auf dem Weg dorthin kann man Bali östlich oder westlich umfahren. In beiden Passagen herrscht zu der dieser Jahreszeit eine starke Strömung nach Süden, die wir überwinden müssen. Nach der Lektüre einiger Beschreibungen und einem Gespräch mit einem ortskundigen amerikanischen Segler entscheiden wir uns für die östliche Passage (Lombok-Kanal).
Am 27.7. laufen wir kurz vor 7 Uhr bei Niedrigwasser aus der Bali Marina aus. Wir wollen relativ dicht an Land fahren, weil die Strömung dort am geringsten ist. Nach einer Stunde haben wir bereits einen Gegenstrom von 4 kn. Kurze Zeit später fahren wir über Grund rückwärts, obwohl wir unter Großsegel und Genua eine Fahrt von 8 kn durchs Wasser machen. Neben uns brechen die Wellen, das Meer kocht. So extreme Strömungen haben wir noch nie erlebt. In den nächsten zwei Stunden kämpfen wir uns mit 0,5 bis 2 kn Fahrt langsam nach Norden (nördlich Seregan). Ohne den günstigen Wind hätten wir keine Chance, die starke Strömung zu überwinden. Allmählich geht der Strom auf 3 kn zurück und wir kommen besser voran. Immer wenn der Wind etwas nachlässt, setzen wir zusätzlich die Maschine ein. Mehrmals durchfahren wir Bereiche mit chaotischen Wellen.
Bei Sonnenuntergang sind wir an der Nordseite Balis angekommen und erwarten ein Nachlassen der Strömung. Das ist jedoch nicht der Fall, ein Gegenstrom von 2 kn bleibt bestehen. Ein kräftiger Wind (30 kn) hilft uns, den Strom zu überwinden, erzeugt aber auch extrem steile und hohe Wellen. Es ist ein Höllenritt durch die Nacht.
Morgens lässt der Wind etwas nach, aber die Wellen bleiben steil und hoch. Erst nachmittags, als wir bei der Insel Kamudi in flaches Wasser kommen, wird das Meer allmählich ruhiger.
Abends durchfahren wir ein Feld von etwa 50 Fischerbooten, die auf 80 m Wassertiefe vor Anker liegen und heftig stampfen. Bei Einbruch der Dunkelheit schalten die Fischer ihre hellen Lampen ein. Das Ankerfeld sieht jetzt aus wie eine Stadt auf dem Meer.
Bis zum frühen Morgen ziehen zwei Fronten mit kräftigem Wind (35 kn) und Regen über uns hinweg. Danach stellen sich wieder Passatbedingungen mit 12 bis 20 kn Wind aus Südost ein. Mit leicht reduzierter Genua segeln wir zufrieden Richtung Kumai auf Borneo.
Auch in der Nacht ändert sich der Wind nur wenig. Um uns herum sehen wir in der Ferne wieder viele Lichter. In vielen Fällen ist es auch nur ein Schimmer, weil die Lichtquellen unterhalb des Horizonts liegen. Nach Sonnenaufgang sind die Fischerboote meistens nur noch als kleine Punkte zu erkennen
Nachmittags überholt uns eine Regenfront mit heftigen Schauern und wenig Wind. Aber schon nach zwei Stunden stellt sich wieder der normale Südost-Passat ein. Gegen Mitternacht umrunden wir Kap Puting. Danach reduzieren wir die Fahrt, um in der Bucht von Kumai bei Tageslicht anzukommen. Die in der Seekarte eingezeichneten Feuer bei den Untiefen Sangora und Baras Basah sind nicht in Betrieb. Natürlich braucht man bei der Verwendung von elektronischen Seekarten eigentlich keine Feuer. Aber wenn sie fehlen, ist man bei stockdunkler Nacht doch etwas verunsichert. Das gilt insbesondere dann, wenn nur wenige Meter Wasser unter dem Kiel sind.
Zwei Stunden nach Sonnenaufgang ist der Wind so schwach, dass wir den Motor einsetzen müssen. Fast vier Tage lang haben wir ihn nicht benutzt. Langsam fahren wir auf die erste Tonne der Einfahrt nach Kumai zu. Unsere elektronische Seekarte ist hier sehr grob, scheint aber einigermaßen zu stimmen (Schiffsposition um 0,2 sm nach E versetzt). Etwas mehr Information enthält die indonesische Papier-Seekarte, die wir auf Bali für Kumai gekauft haben. Aber noch hilfreicher ist jetzt die verbale Beschreibung, die uns die Silvercurl per E-Mail geschickt hat.
Wir fahren nach der Tonne bei guter Wassertiefe den langen Sandstrand entlang und erwarten nach der Papier-Seekarte zwei Seezeichen, die die Untiefen der insgesamt sehr fachen Bucht markieren. Doch diese Seezeichen sind nirgends zu sehen. Es gibt sie offensichtlich nur auf indonesischem Papier.
Als wir weniger als 1 m Wasser unter dem Kiel haben, kehren wir um und fahren auf dem vom GPS-Empfänger mitgeschriebenen Weg zurück in tieferes Wasser. Nun orientieren wir uns wieder an unserer elektronischen Seekarte und finden damit auch bald den Weg in das Flussbett des Kumai Rivers, das ausreichend tief ist.
Gegen 15 Uhr suchen wir gegenüber dem Ort Kumai einen Ankerplatz zwischen großen Frachtern. Zwei junge Männer in einem kleinen Motorboot empfehlen uns einen Platz etwas weiter im Norden, den wir dann auch anlaufen. Gleich nach dem Ankern bieten die Herren, Adi und sein Fahrer Anang, ihre Dienste an: Touren in den Nationalpark und Beschaffung von Diesel und Wasser. Wir verschieben alles auf den nächsten Tag.
Morgens fahren wir früh an Land und finden Dank Adis Hilfe schnell einen günstigen Platz für unser Schlauchboot. Als erstes gehen wir zum Harbour Master. Die Herren sind sehr freundlich und schlagen vor, das Ein- und Ausklarieren zusammenzufassen und vor der Abreise zu erledigen.
Wir schlendern durch die Hauptstrasse Kumais und meinen, dass hier alles etwas ordentlicher und sauberer ist als in den anderen Orten Indonesiens. Auf jeden Fall sind die Leute hier noch freundlicher. An der Strasse gibt es viele kleine Läden, mehrere Werkstätten, einen Markt und mehrere hohe Gebäude mit kleinen Öffnungen, die wir für Lagerhallen halten. Es stellt sich aber bald heraus, dass in den hohen Gebäuden viele fleißige Schwalben Nester bauen, die nach China und Japan teuer verkauft werden. Schwalbennester stehen in diesen Ländern für verschiedene Zwecke (Suppen, Verjüngungsmittel) hoch im Kurs.
|
Hauptstraße in Kumai |
Schwalbenhaus |
Von Adi haben wir inzwischen akzeptable Angebote für Touren zu den Orang-Utans im Tanjug Puting National Park. Um uns die Entscheidung zu erleichtern, lädt er uns zu einer Testfahrt mit Anang auf seinem kleinen Motorboot (Speedboat) ein. Wir fahren weiter flussaufwärts und sehen in den Bäumen am Ufer verschieden Affen (Longtail Macaque, Proboscis). Obwohl uns die Testfahrt nicht ganz überzeugt hat, entscheiden wir uns für das klapprige, aber schnelle Motorboot. Damit ersparen wir uns eine Übernachtung auf einem Holzboot (Klotok) mit etwas zweifelhaften sanitären Einrichtungen.
Pünktlich um 7.30 Uhr holt uns Anang zusammen mit Desy von der Aquila ab. Desy, eine ehemalige Mitarbeiterin des Nationalparks, ist unsere Führerin. Mit 40km/h jagt Anang das kleine Boot den schmalen Sekonyer River flussaufwärts. Nur wenn er Booten oder anderen Hindernissen ausweichen muss, oder uns Schlangen, Affen oder besondere Vögel zeigen will, fährt er etwas langsamer. Wohl ist uns bei der Fahrt in diesem Fluss, der voller Krokodile sein soll, wirklich nicht.
Nach einer Stunde halten wir an der ersten Station des Tanjung Puting National Parks. Eine besondere Attraktion des 450 000 ha großen Parks sind die Orang-Utans, die hier unter einem besonderen Schutz stehen und erforscht werden. Im Park werden auch Orang-Utans reintegriert, die z.B. aus einer Gefangenschaft befreit wurden. So gibt es in der Nähe der Stationen immer einige Tiere, die an Menschen gewöhnt sind.
Nach einer kurzen Wanderung kommen wir zu einem Platz, wo Orang-Utans Bananen angeboten werden. Es dauert einige Zeit, bis sich in den Wipfeln etwas bewegt. Eine Orang-Utan-Dame mit Baby schwingt sich elegant von Baum zu Baum und lässt sich dann an einem Stamm zu den Bananen herunter. Großen Hunger hat sie heute nicht, denn sie zieht sich schnell wieder zurück.
In wilder Fahrt geht es dann auf einem noch schmaleren Fluss weiter zum Camp Leakey. Hier können wir mehrere Orang-Utans aus nächster Nähe beobachten. Ein Ranger ermutigt Wilma, sich neben eine schwangere Orang-Utan-Dame zu setzen. Die stark behaarte Dame bleibt friedlich und reicht Wilma sogar die Hand.
|
Warten auf Orang-Utans |
Friedlicher Orang-Utan |
Im Informationszentrum sehen wir einen interessanten Film über einen Orang-Utan, der als Waisenkind in Gefangenschaft geriet und nach der Reintegration bis zum König aufstieg. Heute ist einer seiner Söhne König der Orang-Utans in der Region.
Auf der Rückfahrt besuchen wir ein Dorf am Fluss. Es ist alles sehr einfach und nicht gerade sauber. Die Leute leben von den Feldern, die hinter ihren Häusern liegen, und von Handwerksprodukten, die sie an Touristen verkaufen.
|
Vorsichtige Annäherung |
Dorf am Sekonyer River |
Dann haben wir das Glück, dass Anang seine schnelle Fahrt rechtzeitig stoppt und wir sehen können, wie Affen den Fluss überqueren. Sie springen von hohen Bäumen weit in den Fluss hinein und legen den Rest der Strecke blitzschnell schwimmend zurück. Auch eine Mutter mit Kleinkind erreicht das andere Ufer auf diese Weise. Angeblich schwimmen die Affen so schnell, weil sie Angst vor den Krokodilen haben.
Die aufregende und interessante Fahrt schließen wir nachmittags mit einer gemütlichen Kaffeerunde auf der Aquila ab. Dabei erfahren wir mehr über den Park und Kalimantan, den indonesischen Teil Borneos. Neben Kalimantatan gibt es auf Borneo das kleine Königreich Brunei und ein Gebiet, das zu Malaysia gehört. Brunei ist durch Ölvorkommen der wohlhabende Teil auf der sonst sehr armen Insel.
Am nächsten Tag fahren wir mit einem Sammeltaxi (Bemo) in die 20 km entfernte Stadt Pangkalanbun. Es ist die Verwaltungszentrale von Zentral-Kalimantan und für uns der erste Ort Indonesiens mit einigermaßen staubfreien Strassen. Wir finden auch ein Restaurant mit gutem warmem Essen und können an einem Geldautomaten wieder 1,2 Millionen ziehen. Es ist allerdings fraglich, ob dieser Betrag für die verbleibende Zeit in Indonesien ausreicht.