Von Moorea bis Bora Bora

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Am 1.07.08 verlassen wir gegen 10 Uhr Tahiti in Richtung Moorea. Die markanten Berge Mooreas haben wir seit mehr als zwei Wochen vor Augen, denn sie sind nur 15 sm entfernt. Wir fahren am Flughafen vorbei und dann über den Pass bei Papeete aufs offene Meer. Ein achterlicher Wind von 15 kn schiebt uns unter Genua dem nahen Ziel entgegen. Um 15 Uhr ankern wir in der Cook Bay in ruhigem, aber etwas trübem Wasser, umgeben von hohen Bergen. Abends weht ein leichter Wind von den Bergen und es wird kalt. Wir ziehen Fleece-Jacken und lange Hosen an.

Obwohl uns die Cook Bay nicht schlecht gefällt, fahren wir am nächsten Tag weiter in die Opunohu Bay. Sie schneidet noch tiefer ein als die Cook Bay und hat am Ende noch einigermaßen sauberes Wasser. Besonders beeindruckend ist die steile Bergwand im Osten der Bucht. Die Bucht sieht unbewohnt aus, ist sie aber nicht. Die Häuser liegen etwas versteckt an der Strasse, die um die Bucht herum führt. Wir ankern ganz am Ende der Bucht, in der Nähe der Contessa, die hier schon einige Tage liegt. In dieser herrlichen Bucht sind die Deutschen jetzt in der Mehrheit.

Leider gibt es auch in der schönsten Bucht meistens etwas zu reparieren. Heute ist es das Ruder des Windpiloten. Es wackelt in der Halterung und muss neu verklebt und verschraubt werden. Der Entwickler und Hersteller des Windpiloten, Peter Förthmann, hat meine Fragen zur Reparatur innerhalb weniger Stunden per E-Mail beantwortet. Ein solcher Service ist bei anderen Produkten leider nicht die Regel.

Für die nächste Arbeit, den Austausch der Opferanoden am Propeller, fahren wir in das flache klare Wasser am Anfang der Bucht, direkt hinter dem Riff. Hier gibt es auch wieder Internetzugang über Wifi. Mit unserem Freediver, einem Tauchgerät bei dem der Kompressor an Bord direkt den Taucher versorgt, sind die drei verbrauchten Anoden schnell getauscht.

Der Ankerplatz liegt in der Nähe einer Segelschule und ist deshalb am Tage etwas unruhig. Doch abends kehrt Ruhe ein und man hört fast nur noch das Rauschen des Riffs. An einem Abend wird das Riff übertönt durch polynesische Lieder, die eine Gruppe am Strand singt und spielt. Mehrere Stücke sind uns bekannt. Es ist eine wunderbare Abendstimmung.

Am nächsten Tag fahren wir mit unserem Schlauchboot am Strand entlang nach Westen. Hier soll es an einer flachen Stelle viele Rochen geben, die sich sogar streicheln lassen. Nach einer Stunde Fahrt finden wir die Stelle, an der inzwischen auch zwei Ausflugsboote ankern. Es gibt hier tatsächlich viele große Stachelrochen, aber auch mindestens genau so viele Haie. Wilma möchte die Rochen streicheln, fürchtet sich aber vor den Haien, die etwas über einen Meter lang sind. Erst als sie sieht, dass die anderen Touristen nicht von den Haien gefressen werden, wagt sie sich mit Maske und Schnorchel ins Wasser und kann einige der neugierigen Rochen tatsächlich streicheln.

Ankerplatz Opunohu Bay

Wilma mit Rochen

Nach drei Tagen am Riff fahren wir zurück an das Ende der Bucht Opunohu. Dieser ruhige Ankerplatz liegt nicht nur in einer herrlichen Umgebung, sondern auch in der Nähe eines kleinen Ladens, in dem man Brot und die anderen wichtigen Dinge zum Leben kaufen kann.

Am nächsten Morgen wandern wir zu dem Aussichtspunkt Belvedere, der in der Mitte der Insel liegt. Wir kommen vorbei an grünen Wiesen mit Kühen und Pferden und sehen im Hintergrund Kiefernwälder. Es geht ständig bergauf und wir sind froh, dass wir bei dem Lycee Agricole eine Pause mit Erfischungsgetränken einlegen können. Nach einer großflächigen Kultstätte kommen wir schließlich zu dem Aussichtspunkt. Von hier aus hat man nach Norden einen herrlichen Blick auf die Buchten Cook und Opunohu und auf das Riff, das die Insel Moorea komplett umschließt. Hinter uns liegen im Halbkreis die Berge der Insel, die bis zu 1200 m hoch sind.

Am 8.07.08 verlassen wir nach zwei regnerischen Tagen nachmittags Moorea in Richtung Huahine. Bei der Passdurchfahrt bläst es mit 30 kn, aber danach nimmt der Wind allmählich auf unter 15 kn ab und reicht gerade noch zum Segeln aus. Kurzeitig helfen wir etwas mit dem Motor nach. Nach einer ruhigen Nacht fahren gegen 11 Uhr durch den südlichen Pass zu dem Ankerplatz bei Fare, dem Hauptort der Insel Huahine.

Fare ist ein beschaulicher Ort mit wenigen Touristen, aber guten Einkaufsmöglichkeiten. Die Häuser sind verstreut, viele stehen mitten im Wald. Huahine soll sich im Gegensatz zu den Nachbarinseln in den letzten Jahren am wenigsten verändert haben. Im Ort treffen wir auch Kerstin von der Sappho und Tanja und Bernd von der Upps, die neben uns geankert haben.

Pferde auf Moorea

Wohngebiet auf Huahine

Auf Huahine ist das Leben im Moment durch Heiva bestimmt. Das sind in Polynesien die jährlichen Folklore-Feiern, die von Ende Juni bis Ende Juli dauern und bei denen es verschiedene traditionelle Wettbewerbe gibt. Im Vordergrund stehen aber meistens Musik und Tanz.

In Huahine ist für Heiva ein großes Zelt am Ortrand aufgebaut worden. Wir finden für die Veranstaltung am Freitagabend einen guten Platz auf der Tribüne und sind schon zu Beginn beeindruckt von dem Anblick der acht Tanzgruppen in ihren traditionellen Kostümen und dem Getrommel, das lange vorher beginnt.

Zu Beginn der Veranstaltung wird die Heiva-Königin in einem Kau in den Saal getragen, gefolgt von dem Heiva-König. Das Ganze erinnert etwas an Karneval. Danach beginnt der Wettbewerb der Tanzgruppen, moderiert von Transvestiten, die in der polynesischen Gesellschaft eine große Rolle spielen. Die Tänze der Frauen und Männer haben natürlich viele wiederkehrende Elemente, bleiben für uns aber über die drei Stunden immer spannend. Die Begeisterung dieser Menschen beim Tanz und ihre Lebensfreude sind überwältigend. Es ist für uns ein unvergessliches Erlebnis.

Tanzgruppen vor Wettbewerb

Tanzgruppe in Aktion

Am nächsten Morgen leihen wir uns Fahrräder und erkunden den Norden der Insel Huahine. Nach dem Flughafen kommen wir durch ein Gebiet mit mehreren landwirtschaftlichen Betrieben. Angebaut werden Bananen, Tomaten, Kokos und Vanille. Später können wir uns bei einer Familie ansehen, wie die wertvollen Vanilleschoten getrocknet und sortiert werden.

Wir sehen uns auch zwei Kultstätten an, von denen eine direkt am Wasser liegt und über Informationstafeln verfügt. Menschenopfer waren hier zu bestimmten Anlässen üblich. Das bleibt für uns genau so fremd wie die Gräber in den Vorgärten, die hier sehr häufig zu sehen sind.

In der Nacht werden wir durch einen harten Schlag gegen unser Schiff geweckt. Es regnet in Strömen und bläst sehr stark. Die Aries Tor aus Kanada, die dicht neben uns geankert hat, hat uns gerammt und bewegt sich immer wieder auf uns zu. Ihr Anker ist gerutscht und lässt sich jetzt wegen der Korallenköpfe offensichtlich nicht bergen. Also starten wir die Maschine, um den Ankerplatz zu verlassen und weitere Kollisionen zu vermeiden. Doch dann ist die Aries Tor in der Dunkelheit verschwunden und wir können bleiben.

Der Schaden lässt sich schon im Dunkeln erkennen. Der Bugkorb ist stark verbogen und an einer Stelle gebrochen, die Seereeling hängt schlaff herunter und das Topplicht ist ausgegangen. Noch im Morgengrauen finde ich heraus, das das Topplicht selbst noch funktioniert. Ein vorübergehender Kurzschluss hat den von mir eingebauten Vorwiderstand ausgelötet.

Später sehen wir, dass die Aries Tor offensichtlich den Anker zurückgelassen und mit einer Boje markiert hat. Es dauert auch nicht lange bis der Skipper der Aries Tor mit seiner Begleitung in einem Schlauchboot kommt, um den Anker zu bergen. Sie beachten uns nicht. Als ich sie anspreche behaupten sie, von der Kollision nichts bemerkt zu haben. Dann bergen sie ihren Anker und verschwinden.

Etwas später rufe ich die Aries Tor über Funk und sage ihnen, dass ich zur Polizei gehen werde, wenn sie sich nicht umgehend den Schaden ansehen und bereit sind, ihn zu bezahlen. Der Skipper kommt tatsächlich, sieht sich den Schaden aber nur flüchtig an. Er ist der Meinung, dass der Schaden nicht sehr groß ist und so etwas bei schlechtem Wetter passieren kann. So viel Frechheit haben wir lange nicht erlebt.

Also gehen wir zu Polizei, die hier Gendarmerie heißt. Die Herren sind sehr freundlich und protokollieren den Vorgang. Unternehmen können sie allerdings nichts, weil nur Sachschaden entstanden ist. Es ist hier in Polynesien wie in Deutschland. Der Geschädigte hat praktische keine Möglichkeit, seinen Schaden ersetzt zu bekommen.

Am nächsten Tag segeln wir morgens Richtung Raiatea. Über den Pass Tevapiti fahren wir in die große Lagune, in der die Inseln Raiatea und Tahaa liegen. Vor der Carenage machen wir an einer Boje fest, direkt neben der Contessa, die auch zu Schweißarbeiten hier hergekommen ist.

Schon am nächsten Tag haben wir einen Termin bei der Firma Raiatea Carenage Services für die Reparatur des Bugkorbes. Dazu müssen wir in ihre Kranbucht fahren. Das Zurückbiegen des Bugkorbs ist aber schwieriger als erwartet. Erst mit einem Flaschenzug und einem starken Gurt, jeweils an Land befestigt, gelingt es, den Bugkorb einigermaßen zurückzubiegen. Die mittlere Stütze, die inzwischen ganz abgebrochen ist, kann separat gerade gebogen werden. Nach dreieinhalb Stunden ist der Schaden halbwegs behoben. Zurück bleiben eine klobige Schweißstelle und ein leicht deformierter Bugkorb.

Auslegerkanu vor Kultstätte

Reparatur Bugkorb

Abends sind wir auf der Desert Eagle eingeladen, einem Katamaran unter britischer Flagge mit den deutschen Eignern Arnd und Constanze und ihren Kindern Nadja und Daniel. Die Familie lebt seit mehr als 20 Jahren in Namibia und ist jetzt auf einer Reise von Südafrika nach Australien.

Am nächsten Morgen wollen wir von Raiatea nach Tahaa fahren und dort in der Bucht Hameene ankern. Als es auf der Fahrt mit mehr als 20 kn weht, ändern wir unser Ziel und laufen die Bucht Apu an, die gegen den Ostwind besser geschützt ist. Vor dem Taravana Yacht-Club finden wir eine freie Boje, an der wir festmachen können. Später stellt sich heraus, dass wir wie in Raitea an einer privaten Boje liegen, die der Eigentümer gerade nicht nutzt und die deshalb kostenlos ist.

Der Wind nimmt im Laufe des Tages auf 30 kn zu und bleibt auch nachts so stark. Einen so starken Wind hatten wir außerhalb des Mittelmeers noch nie über einen längeren Zeitraum in einer Bucht. An den beiden folgenden Tagen nimmt der Wind ab, aber es regnet praktisch den ganzen Tag. Ein deutsches Boot, das wir noch nicht kennen, macht neben uns an einer Boje fest. Beim Kaffee auf der Aquila lernen wir Denise und Wolfgang von der Moony etwas näher kennen.

Nach drei Tagen hat sich das Wetter normalisiert und wir fahren weiter in die Bucht Hameene, unser ursprüngliches Ziel auf Tahaa. Am Ende einer tief einschneidenden Bucht liegt ein kleiner Ort mit dem gleichen Namen. Hier gibt es zwei kleine Supermärkte, eine Apotheke, eine Bank und ein College. Die Häuser und Gärten des Ortes sind überwiegend schön und gepflegt. Es ist ein ansprechender Ankerplatz umgeben von hohen grünen Bergen, nur das Wasser ist durch den einmündenden Fluss ziemlich trübe.

Ankerplatz Hameene

Alltag an Bord

Nach zwei Tagen fahren wir zurück nach Raitea, um in der Carenage unsere leere Gasflasche aufzufüllen. Wir machen wieder an der privaten Boje fest und spendieren dem freundlichen Eigentümer eine Flasche Rotwein. Nachdem die Gasflasche gefüllt ist, sollte unser Gasvorrat (3 kleine Flaschen) bei sparsamem Verbrauch knapp drei Monate reichen.

Am 24.07.08 starten wir morgens von Raiatea Richtung Bora Bora. Wir verlassen die Lagune über den südlichen Pass und können mit einem Südwestwind wunderbar bis Bora Bora segeln. Seit Tagen kommt der Wind aus Südwest bis West, obwohl wir im Bereich des Südost-Passats sind. Das Wetter spielt verrückt, auch der Dauerregen in der Trockenzeit ist nicht normal.

Schon am frühen Nachmittag fahren wir in die Lagune von Bora Bora und ankern kurz nach der Einfahrt hinter dem Motu Toopua, direkt neben der Contessa. Sieglinde und Klaus laden uns gleich zum Kaffee ein und versorgen uns mit nützlichen Informationen über die Insel.

Bora Bora hat im Vergleich zu den Nachbarinseln die größte Lagune und sieht aus der Luft wirklich spektakulär aus. Die verschiedenen Blautöne der Lagune, die mit dem Sonnenstand und dem Untergrund variieren, stehen im Kontrast zu dem satten Grün der Berge Okmanu und Pahia. So viel Naturschönheit und die guten Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten lassen sich natürlich touristisch gut vermarkten. Es dominieren große Hotels an den Rändern der Lagune, die allerdings bei weitem nicht ausgelastet sind.

Wir verlassen am nächsten Morgen unseren Ankerplatz, um die Insel etwas zu erkunden. Beim Bora Bora Yacht-Club gibt es nur noch wenige Bojen, und die sollen nicht besonders zuverlässig sein. Schließlich ankern wir vor dem Hauptort Vaitape auf 25 m Tiefe, was jeder Segler nach Möglichkeit vermeidet. Vaitape ist ganz auf Tourismus eingestellt. Es gibt viele Boutiquen, Schmuckläden, insbesondere für Perlen, und die üblichen Souvenirgeschäfte. Wir finden aber auch zwei Supermärkte und einen Laden für Bootszubehör. Schön und gepflegt ist Vaitape allerdings nicht.

Mittags fahren wir weiter nach Süden und ankern vor dem Riff in flachem Wasser auf weißem Sandgrund. Nicht weit von unserem Ankerplatz entfernt gibt es mehrere größere Korallenköpfe mit vielen bunten Fischen, auf dem Sandgrund auch Stachelrochen.

In der Nähe unseres Ankerplatzes liegt ein Bojenfeld, das von dem berühmten Restaurant Bloody Mary’s zur Verfügung gestellt wird. Die Bojen sind kostenlos und deshalb sehr begehrt  Die Kurtisane, mit der wir uns hier treffen wollen, findet durch Zufall einen freien Platz, die Moony liegt hier schon mehrere Tage. Wir wollen neben dem Bojenfeld ankern und dabei ein ausreichendes Wifi-Signal fürs Internet haben. Ich fahre langsam die möglichen Ankerbereiche ab und Wilma prüft innen am PC die Stärke des Wifi-Signals. Plötzlich sehe ich flaches Wasser vor mir, obwohl das Echolot 22 m anzeigt. Ich reiße das Ruder herum. Zu spät, wir hängen im Korallenriff fest. Ich versuche es vorwärts und rückwärts. Es knirscht, aber das Schiff bewegt sich nicht mehr.

Wilma ruft über Funk Kurt um Hilfe. Ich gehe mit Maske und Flossen ins Wasser. Es sieht schlecht aus. Der Kiel hängt zwischen Korallenblöcken fest und auch das Ruder hat Grundberührung.

Inzwischen ist Kurt mit seinem Schlauchboot eingetroffen. Kurze Zeit später kommt auch Wolfgang von der Moony, der das Malheur mitbekommen hat. Kurt will mit Wilma seitlich den Anker ausbringen. Doch das ist schon allein wegen der großen Wassertiefe nicht hilfreich.

Schließlich finde ich eine Lücke zwischen den Korallenblöcken, durch die unser Schiff frei kommen könnte. Ich stelle mich auf die Korallen und drücke das Heck so weit zurück, bis das Ruder frei ist. Unter diesem Winkel müssen wir unsere Aquila heraus ziehen. Kurt und Wolfgang binden ihre Schlauchboote ans Heck, Wilma legt den Rückwärtsgang ein und ich steuere unter Wasser das Ruder durch die Lücke zwischen den Korallenköpfen hindurch. Es knirscht und staubt am Kiel und die Aquila bewegt sich langsam zurück ins tiefe Wasser.

Nachdem wir geankert haben, sehe ich mir das Ruder und den Kiel an. Das empfindliche Ruder ist nur an den Seiten und unten angekratzt. Der Kiel (Blei) hat tiefere Kratzer, er musste schließlich auch einiges von den Korallen wegräumen. Wir sind also mit dem Schrecken davon gekommen. Abends sind die Crews der Kurtisane(Doris, ihre Tochter Diana, Kurt) und der Moony (Denise, Wolfgang) an Bord der Aquila. Die Rettungsaktion vom Vormittag ist dabei schon fast vergessen

Im Bojen- und Ankerfeld liegen mehrere uns bekannte Schiffe, unter anderem Kira von Celle, Desert Eagle, Cutty Wreng, Cop Out und Que Barbara. An einem Abend treffen sich die Crews der deutschen Schiffe (Kurtisane, Moony, Kira von Celle, Aquila) an der Bar von Bloody Mary’s. Das vornehme Restaurant hat einen Sandfußboden und ist bis auf letzten Platz besetzt. Viele Prominente haben hier schon gespeist. Ihre Namen sind auf Holztafeln eingraviert. Einige sind sogar mir bekannt, wie z.B. Prinz Hussein, Rockefeller, Bill und Melinda Gates, Jonny Depp, Marlon Brando, Charlton Heston, Roman Polanski, Jane Fonda, Harrison Ford, Diana Ross und Racquel Welch.

Lagune von Bora Bora

Segler bei Bloody Mary’s

Zwei Tage später gönnen auch wir uns zusammen mit Denise und Wolfgang ein Essen in diesem Lokal. Die verschiedenen Fischsorten, die wir gewählt haben, schmecken alle sehr gut. Aber ins Schwärmen, wie wir es bei unseren amerikanischen Freunden gehört haben, kommen wir bei diesem Essen nicht.

Inzwischen haben wir von der Kurtisane, die auf die Ostseite der Insel gefahren ist, den Bojenplatz übernommen. Damit liegen wir jetzt näher am Dinghy Dock von Bloody Mary’s. Der Weg zum Einkaufen in Vaitape bleibt aber weit (6km). Wir trampen oder fahren mit den Holzbussen, von denen keiner weiß, ob und wann sie fahren.

Ein kleiner Supermarkt liegt am Ende der Bucht. Auf dem Weg dort hin lernen wir eine der Schattenseiten Bora Boras kennen. Es gibt hier viele ärmliche und heruntergekommene Häuser und dazwischen vereinzelt eingezäunte moderne Wohnanlagen. Slums dieser Art haben wir auf den pazifischen Inseln bislang nirgends gesehen.

Die schöne Seite Bora Boras können wir nach einer kurzen Wanderung zu einem Aussichtspunkt (Antennenanlage) bewundern. Von hier überblickt man den gesamten südlichen Teil der Insel mit der großen Lagune. Es ist wirklich so schön wie man es von den Luftbildaufnahmen her kennt.

Andreas von der Outis erkundigt sich auf dem Weg nach Bora Bora über Funk nach den Ankerplätzen. Zwei Stunden später fährt er langsam an uns vorbei und zeigt uns einen großen Fisch, den er unterwegs gefangen hat. Nach dem Ankern bietet er uns den Fisch an. Die Bordfrauen der Schiffe Moony, Kira von Celle und Aquila sind sich schnell einig: der Fisch wird noch heute gebraten und verzehrt. Denise und Wilma übernehmen das Braten und Beate stellt ihren Salon zum Abendessen zur Verfügung. Der Fisch schmeckt hervorragend, über die Art können wir uns allerdings nicht ganz einigen.

Jetzt haben wir den seit Tagen angekündigten starken Wind. Alle Schiffe haben sich von den schönen Riff-Ankerplätzen zurückgezogen und Landabdeckung gesucht. Ob in unserer Bucht der Wind wirklich abgeschwächt wird, ist wegen der hohen Berge sehr fraglich. Jedenfalls haben wir Böen mit bis zu 35 kn. Bei diesem Wetter will keiner auslaufen. Auch wir warten mit unserer Weiterreise nach Suwarrow auf ein Nachlassen des starken Windes.

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