Las Perlas und Galapagos

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Nach der Kanalpassage hatten wir an einer Boje im Balboa YachtClub festgemacht, die eigentlich belegt war. Aber Ostern steht vor der Tür und das Büro des Yacht Clubs ist ab Donnerstagnachmittag nicht mehr besetzt. So können wir die nächsten Tage unbehelligt im Yacht Club bleiben und bequem mit dem kostenlosen Wassertaxi an Land fahren. Die Kurtisane, die in unserer Nähe liegt, hat sich auf ähnliche Weise einen Platz ergattert.

In Panama City haben wir die letzten guten Einkaufsmöglichkeiten vor den langen Pazifikreise. Wir fahren mehrmals zu den großen Malls Ahlbrook und Multi Plaza. So große Einkaufzentren haben wir in Deutschland noch nicht gesehen. Wir decken uns weiter mit Lebensmitteln ein und kaufen noch einiges fürs Boot.

Leider gibt es auch immer etwas zu reparieren. Der elektrische Regler unseres Kühlschranks ist ausgefallen. Ich setze sofort den selbstgebauten Ersatzregler ein, der im Gegensatz zum alten eine stufenlose Einstellung der Kühlleistung ermöglicht. Den alten Regler kann ich auch schnell reparieren, denn es war nur ein klebendes Relais, das den Fehler verursachte.

Am Montag nach Ostern füllen wir unsere Wasser- und Dieselvorräte auf, melden uns im Yacht Club an und ab und klarieren bei Immigration aus. Eigentlich hätten wir beim Ausklarieren eine neue gültige Fahrerlaubnis gebraucht. Aber der Herr bei der Immigration ist so sehr mit Fernsehen beschäftigt, dass er sich nicht noch um unsere Zarpe kümmern kann. Wir sparen dadurch eine Taxifahrt zur Hafenbehörde.

Bei Sonnenaufgang verlassen wir am 25.03.08 den Balboa Yacht Club in Richtung Las Perlas, einer Inselgruppe 40 sm südöstlich von Panama City. Die Perlas bestehen aus 120 Inseln unterschiedlicher Größe, gelten als sehr schön und sind zum Teil unbewohnt. Hier wollen wir in einer ruhigen Bucht auf einen günstigen Wind für die 850 sm lange Strecke zu den Galapagos-Inseln warten. Der Törn zu den Galapagos-Inseln ist nicht einfach, weil er durch die Kalmen führt, in denen oft tagelange Flauten vorherrschen.

Auch heute herrscht Flaute, obwohl es nach der Prognose mit 15 kn wehen sollte. Um Diesel zu sparen, fahren wir den Motor mit niedriger Drehzahl (1400U/min) und begnügen uns mit einer Geschwindigkeit von 4,5 kn. Unser Ziel, die Insel Canas, würden wir so gerade bei Sonnenuntergang erreichen. Doch warum sollen wir den kostbaren Diesel jetzt schon verbrauchen? Wir entscheiden uns deshalb, die nähere Insel Contadora anzulaufen. Nach 10 Uhr kommt dann doch noch ein guter Segelwind auf. Aber wir bleiben bei unserem neuen Ziel Contadora, das wir am frühen Nachmittag erreichen. In der offenen Bucht ankern bereits einige Schiffe, darunter die Ahu und die September. Später kommen noch die Nukualofa und die Tulevej mit Marya und Axel hinzu.

Die Anhäufung von deutschsprachigen Seglern vor Contadora ist kein Zufall. Alle wollen zu Contadora-Günter, der das Pacific Island Net auf 14,135 kHz betreibt. Heute Abend gehen die Crews der September, Nukualofa, Tulevej und Aquila aber zu Gerald, einem Bayern, der auf Contadora ein Restaurant bewirtschaftet. Es gibt bayrische und österreichische Spezialitäten, z.B. Wiener Schnitzel und Bratwurst mit Röstkartoffeln.

Am nächsten Vormittag gehen wir zu Günter. Er bewohnt mit seiner Frau Susanne ein großzügiges Haus am Hang mit großer Terrasse und Meerblick. Günter erzählt uns viel über Gott und die Welt und natürlich über Kurzwellenfunk. Er betreut in seinem Netz täglich ab 0.00 UTC (ab Mitte April 2.00UTC) die deutschsprechenden Segler im Pazifik. Die Segler nennen ihre Position, ihre Fahrt, die Wetterverhältnisse und sonstige wichtige und unwichtige Ereignisse.

Günter lässt sich auch unsere Funkanlage beschreiben und weiß sofort, was alles schlecht ist. Als promovierter Nachrichten- und Hochfrequenztechniker höre ich höflich zu und mache einige kritische Bemerkungen. Trotzdem kommen mir Zweifel. Gilt im Amateurfunk nicht die Maxwellsche Theorie der Wellenausbreitung, die ich an der Hochschule gelernt und gelehrt habe?

Nach mehr als einer Stunde verlassen wir Günter und Susanne und gehen in den kleinen Ort zum Einkaufen. Als wir zum Strand zurückkommen erleben wir eine böse Überraschung. Der aufblasbare Boden unseres neuen Schlauchboots ist platt. An Bord unseres Schiffes sehe ich mir den Boden genauer an. Es ist kaum zu glauben, rund um das Ventil herum haben sich die Klebestellen großflächig abgelöst.

Mit dem Schlauchboot wurden zwei verschiedene Reparatursets geliefert. Welches ist nun das richtige für den Boden? Ich kann es nur raten, denn auf die Antwort des Herstellers Aquapro auf meine E-Mail möchte ich nicht warten. Nachdem die Flächen geklebt sind, hoffen wir wieder ein voll funktionsfähiges Schlauchboot zu haben.

Abends nehmen die neu angekommenen Yachten zum ersten Mal an Günters Funkrunde teil und sollen sich dabei einem Test unterziehen. Dazu wird eine Verbindung zu einer sehr weit entfernten Yacht hergestellt. Es stellt sich heraus, dass mit unserer Funkanlage (ICOM 710) die Verständigung am besten ist. Günters Kommentar: Du hast eine beschissene Anlage, aber dein Signal ist sehr gut. Nun ist mein Weltbild wieder in Ordnung.

Am nächsten Morgen fahren wir mit unserem reparierten Schlauchboot wieder an Land um einzukaufen. Das wichtigste sind uns dabei 10 l Diesel, um unsere Tanks für Galapagos vollständig gefüllt zu haben. Nach zwei Stunden sind wir zurück am Strand und trauen unseren Augen nicht. Der Boden des Schlauchboots ist wieder platt. Der Kleber hat nicht gehalten.

An Bord haben wir inzwischen Antworten auf unsere E-Mails an Aquapro und Budget Marine. Der Boden wird mit deutschem Material in China gefertigt. Eine Garantieverpflichtung hat nur der chinesische Hersteller und es ist fraglich, ob er einen Fehler eingesteht. Es ist wie bei Volvo. Wer ein Produkt der Firma kauft hat selbst schuld und sollte sich nicht noch irgendwo beschweren.

Kurz nach 11 Uhr laufen die Ahu und die Aquila in Richtung der größten Perlas-Insel, Isla del Rey, aus. Hier wollen wir auf einem schönen und ruhigen Ankerplatz auf günstige Winde für Galapagos warten. Heute weht nur ein leichtes Lüftchen und so nähern wir uns nur sehr langsam dem uns empfohlenen Ankerplatz zwischen den Inseln Espirito Santo und del Rey. So schön sind der Platz und das Wasser nun doch nicht. Deshalb fahren wir und die Ahu am nächsten Morgen gleich weiter zu dem Kanal zwischen den Inseln Canas und del  Rey. Dieser Ankerplatz ist sehr geschützt, aber das Wasser ist noch trüber als bei Espirito Santo. Nachmittags kommen noch die September, die Nukualofa und die Tulevej. Die Bucht ist nun voll in deutsch-österreichischer Hand.

Renate von der Nukualofa hat heute ihren 53. Geburtstag und möchte am Strand eine Grillparty ausrichten. Weil der Strand aber bei Hochwasser fast verschwindet und es dort auch viele Stechmücken gibt, wird die Grillparty auf die Nukualofa verlegt. Alle halten das für keine schlechte Entscheidung. Am nächsten Morgen wissen wir, dass es eine sehr gute Entscheidung war. Ein großes Krokodil sonnt sich am Strand, geht dann ins Wasser und schwimmt dann langsam auf die Aquila zu. Es hält schließlich aber einen gebührenden Sicherheitsabstand ein. Von jetzt an gehen wir nur noch kurz ins Wasser, wenn das Krokodil ein Sonnenbad nimmt.

Einige hatten schon von einem Krokodil in dieser Bucht gehört. Da Krokodile aber in keinem Führer (z.B. Bauhaus) erwähnt werden, hat man es für eine Fehleinschätzung eines bekannten ängstlichen Seglerpaares gehalten. Da es hier normalerweise keine Salzwasserkrokodile gibt, vermuten wir, dass das arme Tier durch die Gatun-Schleusen in den Pazifik geraten ist und nun im Salzwasser leben muss.

Alle warten auf günstige Winde für Galapagos. Doch die siebentägigen Prognosen (Windpfeil-Diagramme), die wir mit dem Pactor-Modem über Kurzwelle von Airmail (Sailmail/Winlink) bekommen, lassen kein günstiges Wetterfenster erkennen. Eigentlich wird es immer nur schlechter.

Ich bin zunächst noch mit unserem Schlauchboot beschäftigt. Nachdem ich das Ventil ausgebaut habe, kann ich mit Hilfe von Schaschlikstäbchen auch in die inneren abgelösten Bereiche Kleber applizieren. Am nächsten Tag blase ich den Boden auf und setze ihn mit dem Schlauchboot der Sonne aus. Die Klebungen scheinen zu halten, das Problem könnte gelöst sein.

Ein anderes Problem bleibt. Wie schafft man die 850 sm zu den Galapagos-Inseln bei den miserablen Windverhältnissen? Die Ahu gibt das Warten als  erste auf. Sie fährt bei schwachem Wind in eine Bucht im Süden der Insel del Rey und dann weiter zu den Galapagos-Inseln.

Ich studiere täglich die Wetterprognose und kommen zu dem Schluss, dass es von Tag zu Tag schlechter wird. Nur Morgen gibt es für die ersten zwei Tage ein kleines Fenster, wenn man davon ausgeht, dass die Winde tatsächlich immer etwas stärker sind als vorhergesagt. Deshalb bereiten wir uns auf die Abreise vor. Die Nukualofa und die Tulevej wollen weiter auf bessere Bedingungen warten. Die September ist nach Panama gefahren, weil Gabi ihre Zahnprobleme weiter behandeln lassen muss.

Nachmittags meldet sich die Golden Tilla mit Uli und Wolfgang bei uns. Sie sind kurz vor unserem Ankerplatz und laden uns für den Abend zum Bier ein. Wir besprechen die Wetterlage. Für Wolfgang ist das kein großes Thema. Als Adriasegler ist er längere Flauten gewöhnt und weiß damit umzugehen.

Am 1.04.08 laufen wir um 10 Uhr vom Norden der Insel Canas Richtung Galapagos aus. Die Golden Tilla ist bereits eine Stunde früher gestartet. Es weht kein Lüftchen, langsam laufen wir unter Maschine nach Süden. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich wollte mindestens die beiden ersten Tage segeln. Kurz entschlossen gehen wir im Süden der Insel Canas wieder vor Anker.

Nach dem Mittagessen halte ich einen kurzen Mittagsschlaf. Als ich wach werde weht ein leichter Südwind. Der reicht uns, um15 Uhr starten wir Richtung Galapagos. Wir laufen hoch am Wind und machen bald 7 kn Fahrt. Im Laufe der Nacht dreht der Wind über Nordwest nach Nord und erreicht bald 20 kn. Wir können zwar nicht immer direkt auf unser Ziel zulaufen, kommen aber sehr gut voran. Wo kommt dieser Wind her? In allen Prognosen lag die Windstärke bei maximal 10 kn.

Am 3.04. stecken wir in der ersten Flaute und fahren 9 Stunden lang mit Motor. Dann Kommt nachmittags eine dunkle Front und bringt uns guten Segelwind, anfangs mit bis zu 25 kn. Der Wind hält bis Mitternacht an und geht dann allmählich in eine Flaute über, die aber nur wenige Stunden dauert.

Mehrmals sehen wir in größerer Entfernung Fischerboote. Jacqueline hatte uns bereits per E-Mail vor ihren Netzen gewarnt. Mit der Golden Tilla, die 50 bis 70 sm vor uns segelt, halten wir täglich Kontakt über Kurzwelle. Auch an Günters Funkrunde nehmen wir als Segelyacht Nr. 931 regelmäßig teil. So fühlt man sich auf dem weiten Meer nicht ganz allein.

Im Morgengrauen nähern wir uns einem kleinen Fischerboot, das gerade Netze auslegt. Die Fischer dirigieren uns wild gestikulierend um die Netze herum und wollen dann von uns etwas zu essen oder zu trinken haben. Wir kommen ihrem Wunsch nach, unter anderem mit kaltem Bier.

Nachmittags nimmt der Wind immer weiter ab und es herrscht bald totale Flaute. Wir fahren dieselsparend mit niedriger Drehzahl und machen dabei 4,5 kn Fahrt. Nach zwei langen Tagen zieht nachmittags eine dunkle Front mit einer Wasserhose auf und bringt viel Wind in die Kalmen, anfangs mehr als 25 kn. Es entsteht schnell eine steile See, und eine Welle steigt sogar in unser Cockpit ein. Bei Einbruch der Dunkelheit geht der Wind auf seine normale Stärke von 10 kn zurück.

Am 7.04. überqueren wir um 22.47 den Äquator. Bei uns nüchternen Menschen gibt es weder Äquatortaufe noch Champagner, aber immerhin doch ein Glas wohltemperierten Rotwein. Mit dicken Fleece-Jacken sitzen wir im Cockpit und können nicht erkennen, dass sich um uns herum irgendetwas geändert hat.

Genau auf dem Äquator

Kühl am Äquator

Morgens kommt Land in Sicht. Es ist die Galapagos-Insel San Cristobal. Bis zu der Hafenbucht Morena sind es jedoch noch einige Seemeilen, die wir bei dem schwachen Wind unter Motor zurücklegen wollen. Kurz vor dem markanten Felsen Leon Dominida kommt eine dunkle Wolkenfront auf uns zu und bringt heftigen Regen und kräftigen Wind aus Südost. Das ist genau die Richtung, in die wir fahren müssen. Wir setzen Segel und kreuzen. Bei der steilen kurzen See sind wir so schneller als unter Motor mit normaler Drehzahl.

Kurz vor18 Uhr haben wir es geschafft. Nach sieben Tagen und 870 sm ankern wir in der Wreck Bay vor dem Ort Moreno. Viele einheimische Schiffe, überwiegend Fischer, liegen hier vor Anker. Auf den Schiffen tummeln sich Pelikane und Seelöwen.  Es ist ein schöner beschaulicher Ankerplatz nach einer langen Reise.

Über das Einklarieren und die Aufenthaltsgenehmigung auf Galapagos wurde viel geredet und geschrieben Es ist alles widersprüchlich und ändert sich anscheinend täglich. Wir wollen uns hier einfach passiv verhalten.

San Cristobal sind wir hauptsächlich angelaufen, weil ich für die Arbeiten am ausgefallenen Windmessgeber im Masttopp einen ruhigen Ankerplatz  brauche, den es auf den anderen Inseln nicht geben soll. Gleich morgens gehe ich in den Masttopp und stelle fest, dass das Lager des Richtungsgebers sehr schwergängig ist. Es ist wahrscheinlich in der zweitägigen Flaute korrodiert. Zum Glück habe ich ein älteres Ersatzgerät, das auch gleich funktioniert.

Kaum bin ich zurück an Deck, kommt schon der erste Besucher. Es ist Fernando, ein Agent, der für uns das Einklarieren durchführen möchte. Wir wollen aber nicht auf San Cristobal einklarieren, weil wir sonst nicht mehr nach Santa Cruz fahren können, wo viele unserer Bekannten sind. Also geben wir Fernando einen kleinen Auftrag über Dieselbeschaffung und Wäschereinigung und hoffen, damit unbehelligt bleiben zu können.

Eine Stunde später kommt ein Uniformierter der Hafenbehörde an Bord und macht uns klar, dass wir ohne Einklarierung die Insel umgehend verlassen müssen. Obwohl wir keine gemeinsame Sprache sprechen, verstehen wir uns ganz gut. Ich drücke mit meinen Fingern beide Augen zu und hoffe, dass er auch das versteht. Um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen, geben wir ihm ein paar Dollar. Nun dürfen wir noch eine weitere Nacht auf San Cristobal bleiben.

Mit einem Wassertaxi fahren wir an Land. Am Steg müssen wir uns erst einen Weg durch die Seelöwen bahnen. Scheu sind die Tiere überhaupt nicht. Im Gegenteil, wenn man ihnen zu Nahe kommt, behaupten sie frech ihren Platz.

Der kleine Ort Moreno ist inzwischen auch auf Tourismus eingestellt. Es gibt eine kleine Uferpromenade und mehrere Restaurants und Cafes. Nach dem Essen in einem kleinen Lokal versorgen wir uns mit Lebensmitteln, insbesondere Brot, und Angelzeug und fahren dann zurück an Bord.

Ein Platz für Tiere

Hochnäsiger Seelöwe

Abends ziehen wir eine Bilanz unserer Fahrt von Las Perlas nach Cristobal, Galapagos. Für die 970 sm durch die Kalmen haben wir nur sieben Tage benötigt und sind 62% der Strecke gesegelt. Dabei wurden insgesamt 84 l Diesel verbraucht, davon 7 l zur Stromerzeugung. Bei 1400 U/min bringt der Motor das Schiff bei ruhiger See auf 4,5 kn und braucht dabei 1 Liter/Stunde. Damit können wir bei Flaute notfalls 900 sm mit Motor fahren. Diese Werte sind so gut, dass sie mancher für Seemannsgarn halten wird.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter zu der Insel Santa Cruz, die etwa 50 sm entfernt ist. Bei dem schwachen Wind ist es überwiegend eine Motorfahrt. Kurz vor unserem Ziel, Puerto Ayora (Admirality Bay), erwischt uns eine heftige Regenböe. Die Sicht beträgt nur wenige Meter. Wir schleichen auf den Ankerplatz zu. Als der Regen nachlässt ankern wir neben Kurtisane und der Golden Tilla . Von der Golden Tilla werden wir gleich zum Abendessen eingeladen. Es gibt hervorragende Wiener Schnitzel und Kartoffelsalat.

Morgens gehen  wir gleich mit Doris und Kurt zum Hafenamt. Die Kurtisane will ausklarieren und wir wollen einklarieren, was bis vor kurzem nur über einen Agenten möglich war. Wir haben Glück und bekommen ohne Agenten eine Aufenthaltsgenehmigung für 10 Tage und zahlen dafür 100 USD. Über einen Agenten kostet die Aufenthaltsgenehmigung ein Vielfaches. Auch die Anmeldung bei der Polizei (Immigration) läuft später gegen eine Gebühr von 30 USD problemlos.

Wir machen einen ersten Spaziergang durch den Ort, der das touristische Zentrum der Galapagos-Inseln ist. Es gibt unzählige Souvenirläden, Boutiquen, Cafes, Restaurants und Reisebüros. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und geologischen Besonderheiten ziehen immer mehr Touristen an. Es ist ein anspruchsvoller Ökotourismus, der die Natur weitgehend unberührt lässt.

Die ersten Besucher, die vor 500 Jahren auf die Inseln kamen, fanden sie keineswegs einladend. Trotz der üppigen Vegetation war kaum Wasser zu finden, weil es im  porösen Lavaboden sofort versickert. Schließlich fand man doch auf einigen Inseln Wasser und so wurden die Galapagos-Inseln ein Anlaufpunkt vieler Seefahrer, die sich hier vor den langen Pazifikreisen mit Frischfleisch, hauptsächlich von den Riesenschildkröten, eindeckten.

Wir decken uns auf Santa Cruz insbesondere mit Diesel, Wasser und Gas ein. Die Riesenschildkröten haben es uns allerdings auch angetan. Wir begegnen ihnen zum ersten Mal im Park der Charles Darwin Research Station, die etwa 1 km vom Stadtzentrum entfernt ist. Wir sehen mehrere ausgewachsene Exemplare. Diese Schildkröten werden bis zu 1,5 m lang, 350 kg schwer und über 100 Jahre alt. Den charakteristischen langen Hals bekommt man allerdings nur aus der Ferne zu sehen. Wen man sich ihnen nähert, ziehen sie ihn blitzartig ein.

Interessierte Schildkröte

Filmstar

Abends gehen wir mit den Crews der Kurtisane, Upps und Sappho in ein Restaurant der Stadt zum Essen. Die drei Schiffe sind schon einige Tage hier und wollen Morgen weiter zu der Insel Isabella fahren. Auch die Ahu, die wir nachmittags trafen, will nach Isabella segeln.

Vormittags gehen wir oft in ein Internet-Cafe und danach zum Essen. Ein Mittagsmenu, bestehend aus Suppe Hauptgericht und einem Getränk, kostet 3 USD. Dafür will Wilma nicht selber kochen. Selbst wenn man die Fahrt mit dem Wassertaxi, die 0,6 USD pro Person kostet,  berücksichtigt, bleibt es extrem günstig.

Mit dem Wassertaxi „Pink Floyd“ machen wir zusammen mit der Golden Tilla, der Entr’acte (Ellen und Ed) und der Outis (Andreas)eine Rundfahrt um Puerto Ayora. Bei der Insel Caomano gehen wir mit Schnorchelausrüstung ins Wasser, während „Pink Floyd“ in den hohen Wellen ihre Runden dreht. Es herrscht starke Strömung und das Wasser ist nicht besonders klar. Wir sehen einige bunte Fische, an die Seelöwen kommen wir wegen der starken Brandung jedoch nicht heran. Am interessanten ist der Wiedereinstieg der etwas älteren Personen in das Wassertaxi. Bei den Seelöwen sieht das wesentlich eleganter aus.

An dem nächsten Schnorchelgang im Westeil der Ankerbucht nehmen nur noch wenige teil. Interessanter sind hier die Tiere in der Felswand. Wir sehen Tölpel mit blauen Füßen, Fregattvögel, Kormorane, Reiher und Seeleguane, die es nur auf Galapagos gibt.

Seeleguane

Tölpel

Für den letzten Tag unseres Galapagos-Aufenthalts haben wir zusammen mit Uli und Wolfgang eine Highland Tour gebucht. Drei Geländewagen bringen die insgesamt elf Teilnehmer und den Führer ins Hochland. Wir sind beeindruckt von der üppigen Vegetation und überrascht, dass es hier viele Farmen gibt. Weidende Kühe auf dunkelgrünen Wiesen haben wir hier nicht erwartet.

Bei einer Farm halten wir und beginnen mit dem Führer die Wanderung durch die Wildnis. Wir sehen verschiedene Darwin – Finken, essen Guava-Früchte direkt vom Baum und begegnen bald den ersten Riesenschildkröten. Nachdem wir mehreren Riesenschildkröten begenet sind, äußert eine amerikanische Teilnehmerin, dass sie auch noch etwas anderes sehen möchte. Darauf erhöht unser Führer seine Marschgeschwindigkeit noch weiter, so dass die Gruppe ihm nicht mehr folgen kann und schließlich aus den Augen verliert. An einer Weggabelung trifft die Gruppe die richtige Entscheidung und sieht den Führer noch einmal in weiter Ferne. Der schnelle Teil der Gruppe sucht Anschluss zu finden, der Rest rennt schweißgebadet so gut er kann hinterher.

Verführerischer Laden

Führerlose Gruppe

Bei einem Lavatunnel trifft sich die Gruppe wieder. Das schweißtreibende Rennen war umsonst, der Führer ist verschwunden. Ein Teil der Gruppe geht in den Tunnel, wir marschieren weiter zu einer Anhöhe, wo wir eine Farm vermuten. Kurz vor der Farm kommt uns unser Führer entgegen. Er gesteht, dass er sich verirrt hat. Auf der Suche nach dem richtigen Weg hat er offensichtlich vergessen, dass sich die Gruppe ohne ihn vollkommen verirren kann.

Die Farm ist auch ein kleines Gasthaus und liegt an der anderen Seite des Tunnels. Nach einiger Zeit tauchen auch die Tunnelgänger im Gasthaus auf und genießen wie wir die kalten Getränke. Als uns die Geländewagen abholen, ist die Anspannung bereits gewichen. Aus der dreistündigen Highland Tour ist eine fünfstündige geworden.

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