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Nachdem Michael und Charlotte abgereist sind, bereiten wir uns auf die Fahrt nach Cartagena, Kolumbien, vor. Wir wollen die Strecke überwiegend in Tagestörns zurücklegen und den berüchtigten hohen Wellen an den Kaps Gallinas und De Velo nach Möglichkeit aus dem Wege gehen. Das heißt, der Wind sollte beim Umfahren der Kaps nicht zu stark sein. Wir müssen nicht lange auf ein günstiges Wetterfenster warten. Der 26.01.08 ist nach den Prognosen ein günstiger Starttermin. Wir klarieren aus und laden Sabine von der Magic Life am Vorabend zu einem Abschiedsessen auf der Aquila ein.
Bei Sonnenaufgang verlassen wir Spanse Water und nehmen Kurs auf Aruba. Der Wind ist zunächst schwach, nimmt dann aber auf 15 bis 20 kn zu. Obwohl wir nur mit Genua segeln, kommen wir gut voran, auch weil ein Strom von 1,5 kn uns zusätzlich schiebt. Noch schneller als wir ist eine Gruppe von Delfinen, die plötzlich um uns herum auftaucht. Mehr als zwanzig Tiere begleiten uns fast ein halbe Stunde lang. Sie schwimmen oft zurück, um uns dann wieder schnell zu überholen. Vielleicht wollen sie demonstrieren, dass sie viel schneller sind als wir.
Gegen 17 Uhr erreichen wir nach 70 sm die Bucht Nicolaas und können kurze Zeit später in flachem Wasser ankern. An der Einfahrt zur Bucht liegt eine große Raffinerie, aber dahinter stehen schöne Villen an einem langen Sandstrand.
Wir brechen wieder bei Sonnenaufgang auf, denn unser Ziel, die Insel Monjes de Sur, müssen wir bei Tageslicht erreichen. Anfangs reicht der Wind gerade zum Segeln, doch mittags ist er so schwach, dass wir mit Maschine fahren müssen. Eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir die kleine Insel Monjes de Sur, die zu Venezuela gehört. Es sind eigentlich zwei Inseln, die durch eine Aufschüttung verbunden wurden. So ist eine kleine Bucht entstanden, über die eine Trosse zum Festmachen von kleinen Schiffen gespannt ist. Zwei Segler (Spanier) und ein Fischer haben bereits an der Trosse festgemacht. Es ist eng, aber wir finden noch einen Platz. Wilma geht mit Flossen ins Wasser und macht unser Schiff mit zwei Vorleinen an der Trosse fest. Es ist ein perfektes Manöver, obwohl Wilma vorher große Bedenken hatte.
Schon nach kurzer Zeit meldet sich die Coast Guard und möchte an Bord kommen. Sie haben aber kein eigenes Boot und wir möchten unser Schlauchboot nur ungern zu Wasser lassen. Zum Glück bietet einer der spanischen Segler sein Schlauchboot für den Transport an.
Die beiden Herren der Coast Guard sind sehr freundlich, müssen aber zum Ausfüllen der Formulare viele detaillierte Fragen stellen. So muss ich z.B. zum ersten Mal auf unserer Reisen meinen Bootsführerschein und mein Funkzeugnis vorzeigen. Für wen das in Venezuela von Interesse sein könnte, weiß sicher selbst der große Chavez nicht. Bei Sonnenuntergang ist die Prozedur beendet, die für die beiden Herren bei kaltem Bier und Knabberzeug sicher eine schöne Abwechselung war.
Von Los Monjes wollten wir eigentlich einen langen Schlag von mehr als 200 sm zur Fünf-Finger-Bucht bei Barranquilla, Kolumbien, machen. Doch nach den Windprognosen müssen wir heute und morgen von einer Motorfahrt ausgehen. Deshalb teilen wir die Strecke in kleinere Etappen auf und nehmen uns für heute die knapp 60 sm entfernte Bucht Honda als Ziel vor.
Der Wind ist tatsächlich sehr schwach und so fahren wir unter Motor dem Kap Gallinas entgegen, das wegen seinen hohen Wellen berüchtigt und gefürchtet ist. Heute sind die Wellen niedrig. Nur ein gestrandeter Frachter erinnert daran, dass es hier auch anders sein kann. Nach dem Kap begleiten uns wieder mehrere Delfine. Als wir am späten Nachmittag in die Bahia Honda einlaufen, nimmt der Wind ständig zu und erzeugt unangenehme Wellen in der weitläufigen Bucht. Erst im südlichsten Zipfel der Bucht finden wir in sehr flachem Wasser einen geeigneten Ankerplatz. In der Nacht schläft der Wind dann fast vollständig ein.
Der kommende Tag soll wieder schwachwindig sein. Deshalb planen wir nur eine kurze Motorfahrt bis hinter Cabo de Vela, wo man nach uns vorliegenden Berichten gut ankern kann. Als wir uns nach knapp 30 sm dem Kap nähern, nimmt der Wind stark zu. Wir können segeln, steuern aber doch den geplanten Ankerplatz südlich des Kaps an. Wegen des flachen Wassers ankern wir weit vom Strand entfernt. Am Strand stehen einfache Holzhäuser und in der ganzen Bucht legen Fischer ihre Netze aus. Zwei Fischer kommen zu uns und fragen nach Essen. Wir geben ihnen unser verfügbares Gebäck und Bier.
Am nächsten Tag brechen wir gegen 11 Uhr mit dem Ziel Fünf-Finger-Bucht auf. Nach zwei Stunden haben wir genügend Wind, um mit Groß und Genua etwa 6 kn Fahrt zu machen. Später legt der Wind auf 20 bis 25 kn zu und es entsteht ein unangenehmer Seegang. Es wird eine unruhige Nacht, wir werden furchtbar durchgerüttelt. Hier haben wir die hohen Wellen, die uns an den Kaps Gallinas und De Velo angekündigt wurden. Bei Sonnenaufgang nehmen Wind und Wellen etwas ab. Aber als wir uns der Bucht Gairaca (3. Fingerbucht) nähern, legt der Wind auf 30 kn zu und die Wellen werden wieder höher. Doch in der Bucht wird das Wasser zunehmend ruhiger und am Ende bleibt nur ein leichter Schwell übrig.
Die Bucht Gairaca ist unser erster schöner Ankerplatz in Kolumbien. Sie ist umgeben von hohen Bergen und hat am Ende einen breiten Sandstrand, an dem einige Hütten, aber auch bessere Häuser stehen. Abends wird es kalt. Wir ziehen dicke Jacken und lange Hosen an. Damit ist es erträglich, unangenehm sind dagegen die heftigen kurzen Fallböen. Ich messe zwar nur 35 kn, aber in den Spitzen dürfte der Wind wesentlich stärker sein. Unser Bimini, das nach der Atlantiküberquerung versteift wurde, wackelt gewaltig. Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass sich das Schlauchboot auf dem Vorschiff total verschoben hat. So hat uns die Fünf-Finger-Bucht gezeigt, was es an unserem Schiff noch einiges zu verbessern ist.
Morgens fahren wir früh weiter in Richtung Cartagena. Da die Strecke von 100 sm bei Tageslicht nicht zu schaffen ist, wollen wir südlich des Kaps Hermosa einen Zwischenstopp in einer Bucht einlegen, die allerdings in den Seekarten nicht existiert. Aus Berichten wissen wir jedoch, dass es diese Bucht gibt und dass man dort gut ankern kann.
Nach dem Auslaufen setzt bald ein guter Segelwind ein und wir segeln nur unter Genua mit mehr als 6 kn der Hafenstadt Barranquilla entgegen. Hier mündet der Fluss Magdalena, der viel Erde und angeblich auch Baumstämme und andere harte Gegenstände ins Meer schwemmt. Wir passieren die Mündung deshalb in 3 sm Abstand. Baumstämme sehen wir nicht, aber das Meer ist im Mündungsbereich über mehr als 10 sm braun gefärbt, und die Wellen sind höher als normal.
Danach sind wir wieder in klarem Wasser und nähern uns dem Bereich, in dem die Ankerbucht liegen soll. Tatsächlich erkennen wir nach einiger Zeit eine schmale Landzunge, hinter der eine große geschützte Bucht liegt. Wir fahren weit in die flache Bucht hinein und ankern schließlich auf 3 m Wassertiefe (10° 56,71 N, 75° 01,91 W). In der Bucht gibt es Badestrände mit schattenspendenden Hütten, aber kaum Menschen. Zwei Surfer rasen mit hoher Geschwindigkeit mehrmals dicht an uns vorbei. Der Wind ist inzwischen auf 25 kn angestiegen.
Am nächsten Morgen weht es immer noch so stark. Wir entschließen uns deshalb, einen weiteren Tag in der Bucht zu bleiben und hoffen auf ein Nachlassen des Windes. Nach dem Frühstück macht unser Windgenerator eine Notabschaltung, es weht mittlerweile mit 30 kn und ist sehr kalt. Abends erfahren wir von einlaufenden Seglern, dass sie draußen zur gleichen Zeit mit Flaute zu kämpfen hatten. Offensichtlich ist es im wesentlichen ein Kapeffekt, der diesen starken Wind in der Bucht erzeugt.
Nach zwei Nächten in der windigen Bucht starten wir morgens früh zu unserer letzten Etappe nach Cartagena. Bis Mittag haben wir ausreichenden Wind zum Segeln, dann kommen wir nur noch mit Motor voran. Lange im Voraus ist Cartagena zu sehen, doch so haben wir uns diese Stadt nicht vorgestellt. Wir sehen eine Skyline, die an Manhatten erinnert. Als wir uns weiter nähern, erkennen wir aber auch die Altstadt, die die schönste Südamerikas sein soll und als Weltkulturerbe eingestuft ist.
Gegen 16 Uhr passieren wir die schmale Einfahrt Boca Grande und eine Stunde später ankern wir vor dem Club Nautico, der sich im Norden der großen Lagune befindet. Hier liegen Schiffe aus vielen Nationen, die meisten auf der Durchreise nach Panama. Wir lassen unser Schlauchboot zu Wasser und fahren in den Club. Hier treffen wir uns bekannte Engländer wieder, die gerade mit ihrem Agenten die Ausreise besprechen. Der Agent heißt Manfred, ist TO-Stützpunktleiter und genau der Mann, über den wir einklarieren wollen.
Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Manfred und übergeben ihm die Unterlagen zum Einklarieren. Manfred, der seit mehr als 20 Jahren in Cartagena lebt, gibt uns viele Tipps und nimmt uns dann mit in die Altstadt. Hier bekommen wir einen ersten Eindruck von der Stadt und den Menschen, obwohl ich nur auf der Suche nach elektrischen Bauteilen bin. Mittags suchen wir das Restaurant El Bistro auf, das von einem deutschen Koch und einem deutschen Bäcker betrieben wird. Das Restaurant gilt als Geheimtipp und ist immer gut besucht. Man kann hier auch frisches deutsches Brot kaufen.
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Aquila in Cartagena |
Altstadt Cartagena |
Auch in einer interessanten Stadt gibt es viel an Bord zu erledigen, die Aufgabenliste sollte abgearbeitet werden. Zu den Aufgaben gehören auch verschieden Einkäufe. Ein Supermarkt ist in unmittelbarer Nähe, ein anderer und ein Baumarkt sind weiter entfernt. Mit dem Taxi, das weniger als 2 EUR kostet, ist jedoch kein Problem die Einkäufe in den entfernten Läden zu erledigen. In einem Fachgeschäft bekomme ich Filter für unseren Wassermacher und unseren Motor, die ich seit Bonaire in unzähligen Geschäften vergeblich gesucht habe.
Jeden Mittwochabend ist Happy Hour im Club Nautico. Wir verabreden uns mit Jacqueline und Peter von der Ahu, die einige Tage vor uns in Cartagena angekommen sind, und lernen Gisela und Gerhard von der Silver Curl kennen. Nach der Happy Hour gehen wir gemeinsam in das nahegelegene Restaurant Olivia, in dem wir in gepflegter Umgebung gut und preiswert essen.
Den Sonntag haben wir nur für die Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten reserviert.
Cartagena de Indias, wie die Stadt richtig heißt, hat heute fast eine Million Einwohner, die in der Mehrheit in bescheidenen Verhältnissen leben. Eine Minderheit muss dagegen sehr wohlhabend sein, denn sonst sind die vielen Neubauten und Hochhäuser auf Boca Grande nicht zu erklären.
Cartagena war eine der ersten spanischen Stadtgründungen (1533) in Südamerika und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Handelshafen. Schiffe aus Spanien brachten Fertigprodukte wie Waffen, Werkzeuge, Textilien und nahmen Gold, Silber und Edelsteine an Bord. Auch der niederländische und englische Sklavenhandel lief zum Teil über Cartagena. Wegen der gelagerten Schätze war Cartagena ein bevorzugtes Ziel von Freibeutern und Piraten. Nach mehreren Piratenüberfällen, unter anderem durch Sir Francis Drake, wurden die Stadt und der Hafen immer mehr befestigt. So entstanden eine 11 km lange Stadtmauer, zwei Festungen an der Einfahrt zur Bucht und die mächtige Wehranlage San Felipe. Danach hat Cartagena alle Angriffe von Piraten und der englischen Armada erfolgreich abwehren können. 1822 erlangte Cartagena zusammen mit der Kolonie die Unabhängigkeit von Spanien.
Wir schlendern durch die Gassen der Altstadt und besichtigen zuerst die die Kathedrale und die Kirchen San Pedro Claver und Santo Domingo. Hier gibt es auch schöne Plätze mit Skulpturen. De meisten Häuser im kolonialen Stil sind renoviert. Sehr interessant ist das Maritime Museum, in dem auch die Entwicklung der Wehranlagen dargestellt ist. Nach einem Besuch des Goldmuseums wandern wir durch den zentralen Park langsam in Richtung San Felipe. In einem Baum entdecken wir zwei Faultiere, sie bewegen sich noch viel langsamer als wir. Die Festungsanlage San Felipe mit ihren mächtigen Mauern und unterirdischen Gängen ist wirklich beeindruckend. Wir genießen aber auch den schönen Blick von Festung und die kühle Brise, die oben über die Mauern weht.
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San Pedro Claver, Cartagena |
Castillo San Felipe |
Am 12.02. verlassen wir Cartagena in Richtung Rosario, einer Inselgruppe südlich der Stadt. Wir hoffen, dass wir von hier aus unser Ziel auf den San Blas – Inseln mit nur einer Nachtfahrt erreichen können. Nach der Passage der schmalen durchfahrt Boca Grande setzen wir Segel und können bei gutem Wind bis kurz vor unsern gewünschten Ankerplatz südlich der Insel Caribaru segeln. Die Einfahrt durch das Riff ist schmal, aber durch die Betonnung unkritisch. Wir ankern direkt neben der Silver Curl, die hier schon seit zwei Tagen liegt.
Bei Sonnenaufgang brechen wir zusammen mit der Silver Curl in Richtung Eastern Holandes, San Blas, auf. Es herrscht totale Flaute. Die Silver Curl fährt unter Maschine schneller als wir, so dass wir uns nach einiger Zeit aus den Augen verlieren. Wir fahren seit Stunden mit 5,8 kn, haben aber 1 kn Strom gegen uns. Unter diesen Bedingungen können wir San Blas Morgen bei Tageslicht nicht erreichen. Gegen 16 Uhr setzt dann doch ein leichter Nordostwind ein und wir kommen unter vollen Segeln auf eine etwas höhere Geschwindigkeit. Im Laufe der Nacht nimmt der Wind auf 25 kn zu. Stark gerefft laufen wir nun mit 7 kn Fahrt unserem Ziel entgegen. Auch die Strömung ist nicht mehr gegen uns. Nachmittags nimmt der Wind etwas ab, aber die Wellen bleiben sehr hoch.
Gegen 15 Uhr sind wir hinter der Inselgruppe Eastern Holandes in ruhigem Wasser und suchen einen Ankerplatz. Nachdem wir die Einfahrt zu dem flachen Bereich zwischen den Inseln Ukupsuit und Kalugirdup nicht gleich finden, ankern wir hinter der kleinen Insel Benedup, wo bereits fünf Schiffe vor Anker liegen.
Das Wetter ist trübe und die Sicht schlecht, aber was wir sehen können ist phantastisch. So stellt man sich die Südsee vor: viele kleine Inseln mit Palmen und Sandstrand und fast alle unbewohnt. Nur auf einer kleinen Insel (Tindup) können wir zwei Hütten erkennen. Von dieser Insel kommt auch bald ein Boot mit einem Kuna-Indianer, der von uns 5 USD Liegegebühr kassiert. Wir zahlen ohne zu murren, denn die Gebühr gilt immerhin für einen Monat, allerdings nur für diese Inselgruppe.
Das Inselgebiet San Blas besteht aus 340 Inseln und ist in vieler Hinsicht einzigartig in der Welt. Die Inseln und das zugehörige Festland werden seit Menschengedenken von den Kunas bewohnt und beherrscht. Kuna Yala, so heißt das gesamte Gebiet, ist heute ein Teil Panamas, wird aber von den Kunas autonom verwaltet. Die Kunas sind der Stamm Amerikas, der seine Kultur und seine Traditionen am besten bewahrt hat. Die insgesamt 55 000 Einwohner Kuna Yalas führen ein sehr einfaches Leben in Einklang mit der Natur. Es gibt jedoch eine feste Hierarchie mit Wahlen und festen Regeln. Kriminalität soll es in Kuna Yala praktisch nicht geben.
Die Kokosnuss war lange Zeit das Rückgrat der Wirtschaft und auch eine Art Zahlungsmittel. Heute zahlt man in Dollar, und eine wichtige Einnahmequell sind inzwischen die Molas, die überall angeboten werden. Molas sind Nähkunstwerke der Kunas, die normalerweise von den Frauen auf der Vorder- und Rückseite ihrer Blusen getragen werden. Sie bestehen aus Stoffteilen, die in mehreren Lagen miteinander vernäht werden und durch Heraustrennen und Umnähen von einzelnen Flächen ein Motiv ergeben. Die Motive waren ursprünglich geometrische Strukturen. Heute findet man alle möglichen Darstellungen, die man für verkaufbar hält.
Wir sind gespannt auf Kuna Yala. Auf den Eastern Holandes bleiben wir noch einen Tag. Die Kunas fahren mit ihren Kanus, die flache Segel tragen, zum Fischen, kommen aber nicht zu den ankernden Schiffen.
Morgens fahren wir weiter zu den nur 6 sm entfernten Coco Bandero Cays. Wir nehmen die enge südliche Einfahrt und legen uns hinter die dort ankernden Schiffe. Die vier Inseln (Tiadup, Dupwai, Olosiculdup, Guartadup) bilden eine traumhafte Kulisse. Ein Kanu mit einem Mann, drei Frauen und vier Kindern kommt auf uns zu. Pablo ist ein lustiger, aber auch geschäftstüchtiger Mann. Die Frauen bieten nacheinander ihre Molas an. Wir kaufen zwei schöne Exemplare für 15 USD/Stück.
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Kunas beim Fischen |
Kunas mit Molas |
Am nächsten Tag segeln wir weiter zu den Eastern Lemmon Cays, auch weil es dort frisches Brot geben soll. Wir legen uns an den Rand des Ankerfeldes, südlich der kleinen Insel Banadup. Zwischen den 22 ankernden Schiffen entdecken wir die Nukualofa mit Renate und Helmut. Eine weitere Überraschung erhalten wir per E-Mail (Sailmail). Heinz von der Galathe, den wir im Pazifik vermuten, ist auf dem Weg zu uns.
Nachmittags fahren wir zu der Insel Nuinudup, die etwa 200 m von uns entfernt ist. Auf der kleinen Insel steht eine Hütte, und davor sind viele schöne Molas ausgebreitet. Wilma kauft zwei normale Molas und zehn Mini-Molas. Danach besuchen wir die Insel Banadup, auf der vier Hütten stehen. In einer Hütte gibt es selbstgebackenes Brot andere Grundnahrungsmittel. Renate und Helmut sind auch grade hier. Wir bestellen eine Runde Bier (1USD/Dose) und genießen gemeinsam unter Palmen den Sonnenuntergang auf Banadup.
Bei den Eastern Lemmon Cays kommen häufig Kunas und bieten Waren an, meistens Molas. Wilma deckt sich weiter ein. Morgens kommt ein Kuna mit Langusten. Wilma kauft ihm alle sieben Exemplare für 1 USD pro Stück ab und freut sich schon auf das leckere Essen. Am späten Nachmittag ankert die Galathe mit Heinz und Sylvia neben uns. Wir haben uns viel zu erzählen. Heinz ist insbesondere an meinem Reglerkonzept für den Kiss-Wingenerator interessiert. Er will sich die erforderlichen Teile möglichst schnell von Conrad zuschicken lassen.
Ein besonderes Ereignis in den Eastern Lemmon Cays ist der 50. Geburtstag von Marlies, einer Italienerin schweizerischer Abstammung. Sie und ihr Mann Claudio leben in den Wintermonaten auf ihrem Schiff in der Region San Blas und sind im Sommer im Hotelgewerbe in Italien tätig. Marlies und Claudio haben alle Ankerlieger, ihre Freunde in der Umgebung und viele Kunas zu der Feier auf der Insel Nuinudup eingeladen. Getränke und Speisen sind allerdings mitzubringen.
Wir wollen vorher zusammen mit Sylvia und Heinz auf Banadup essen gehen. Das Essen hatten wir am Vortag bestellt, nachdem wir auf einem Schild den Hinweis Restaurant gesehen hatten. Als wir uns dem Restaurant, das aus einem einfachen Tisch mit Bänken besteht, nähern, nimmt keine der anwesenden Kuna-Frauen Notiz von uns. Schließlich erfahren wir, dass der Koch zu einem "Congreso“ gefahren ist und erst spät zurückkommen wird. Auch Kunas haben ihre Prioritäten, oder sind sie nur vergesslich? Jedenfalls gibt es kurze Zeit später auf der Aquila Spaghetti mit Tomatensoße.
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Insel Banadup |
Restaurant auf Banadup |
Auf Nuinudup hat inzwischen die Geburtstagsfeier begonnen. Marlies und Claudio haben mit ihren vielen italienischen Freunden einiges aufgebaut. Ein Generator erzeugt den Strom für die Musikanlage. Mehr als 50 Leute sind auf die kleine Insel gekommen, darunter viele Kunas, auch Frauen mit Kindern. Es wird gesungen und getanzt. Die Kunas beobachten das Geschehen aus der zweiten Reihe, zum Teil skeptisch, einige aber auch sehr amüsiert.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Porvenir. Die kleine Insel verfügt über ein Immigration Office, einen Flughafen, ein Museum (30 m²) und ein Hotel, aber keine Wohnhütten. Hier klarieren wir für Panama ein und für Kuna Yala wieder aus. Die Büros sind in einem unbeschreiblichen Zustand, aber die Menschen sind nett und freundlich. Als Doktor der Elektrotechnik werde ich gleich mit Fragen zu einem Generator konfrontiert, der in den nächsten Tagen geliefert werden soll.
Nachmittags fahren wir mit dem Schlauchboot zu der benachbarten Insel Wihubhuala. Die kleine Insel ist vollständig mit Hütten bebaut, die alle ähnlich aufgebaut sind. Die Außenwände bestehen aus dickem Schilfrohr und das Dach aus Palmenblättern. In dem Ort gibt einen kleinen Laden und einen Bäcker, bei dem wir frisches Brot kaufen können (lange Brötchen, 0,1 USD/St.). Inzwischen ist man hier auf Tourismus eingestellt. Überall hängen Molas zum Verkauf und für ein Foto wird ein Dollar pro Person verlangt. Das ist ein Festpreis, der auch bei größeren Gruppen gilt. Die Kunas haben feste Regeln und sind auf ihre Art geschäftstüchtig. Sie sind ganz anders als die Waraos, die im Orinoco-Delta ein vergleichbar einfaches Leben führen.
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Molas auf Nuinudup |
Kuna-Frauen auf Wihubhuala |
Wir fahren zurück zu unserem Schiff und bereiten uns auf Abreise aus Kuna Yala vor. Gerne wären wir noch etwas länger in dem Inselparadies geblieben, aber wir müssen weiter, um die anderen Ziele erreichen zu können.