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Le Marin auf Martinique ist eines der großen nautischen Zentren der Karibik. Die Marina hat 600 Liegeplätze, und auf den benachbarten Ankerplätzen liegen meistens noch mehr Schiffe. Auf diesen Markt haben sich einige Bootsausrüster eingestellt, die allerdings nicht gerade billig sind. Wir finden diesmal aber nur wenig brauchbares und melden unseren dringenden Bedarf an unsere Freunde in Deutschland, die uns demnächst besuchen werden.
Am Wochenende (25.03.) fahren wir ins benachbarte St. Anne und ankern dort vor dem Sandstrand. Bei einem Spaziergang durch den Ort treffen wir plötzlich auf Di und Steve (Independend Freedom), die wir von der ARC 2005 kennen. Wir hatten zwar E-Mail-Kontakt, wussten aber nicht, dass wir schon am gleichen Ort waren. Gleich am nächsten Tag sind wir bei ihnen zum Dinner eingeladen. Es war wie immer ein unterhaltsamer Abend.
Am 31.03.10 gehen wir in die Marina du Marin und bereiten uns auf den Besuch unsere Freunde aus Düsseldorf vor. Wir kennen Drothee und Peter vom Segeln in Kroatien und haben uns auch in Deutschland einige Male besucht. Am 1.04. holen wir sie abends vom Flughafen Lematin ab. Als wir zum Parkplatz gehen ist es schon dunkel, regnerisch und windig, eigentlich typisch für diese Region.
Morgens wollten wir ursprünglich gleich nach St. Lucia segeln. Die Windprognose und das aktuelle Pfeifen in der Marina veranlassen uns aber zu einer Planänderung. Wir behalten den Leihwagen und machen eine Inselrundfahrt. Hinter der Hauptstadt Fort de France geht es auf einer schmalen Straße in die Berge. An der Kirche Sacre Coeur, benannt nach dem Pariser Vorbild, halten wir und genießen den Ausblick auf die Stadt und die Bucht, der durch das regnerische und trübe Wetter leider etwas beeinträchtigt ist.
Die nächste Station ist der Jardin du Balata, ein botanischer Garten mit einer Vielzahl tropischer Gewächse in herrlichen Farben und Formen. Dorothee und Peter sind beeindruckt von der üppigen Vegetation und vergleichen sie mit der auf Madeira. Dann geht es weiter durch den Regenwald nach Morne Rouge. Neben den bunten Blumen sind besonders die großen Farne und hohen Bambussträucher beeindruckend.
Der Vulkan Pelee, der 1902 die Stadt St. Pierre vollkommen zerstörte und 30 000 Menschen tötete, ist heute vollkommen von Wolken umhüllt. Wir fahren deshalb gleich weiter zu der Rumfabrik Depaz. Diese Rumfabrik ist nicht nur schön gelegen, sondern besitzt auch ein kleines Technikmuseum und gewährt einen guten Einblick in den laufenden Fertigungsprozess. Für einen Ingenieur ist die laufende Dampfmaschine immer wieder interessant.
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Im Jardin Balata |
Dampfmaschine in Rumfabrik |
Über St. Pierre fahren wir dann an der Westküste entlang zu dem idyllischen Fischerort Case Pilot. Während unsere Freunde und Wilma einen Spaziergang machen, besuche ich Frank Agren vom Volvo Service. Obwohl er uns nie richtig helfen konnte, verbindet uns doch ein freundschaftliches Verhältnis. Es ist bereits dunkel, als wir wieder in Le Marin sind.
Am nächsten Morgen laufen wir kurz nach 9 Uhr in Richtung St. Lucia aus. Der Wind hat deutlich nachgelassen, erreicht auf dem offenen Meer aber noch 20 kn. Auch die Atlantikwellen haben fast die normale Höhe, kommen aber von der Seite und sind damit nicht unangenehm. Für Dorothee und Peter ist das wellige Wasser neu. Als langjährige Segler haben sie damit aber nicht das geringste Problem.
Um 15 Uhr machen wir an einer Boje in der Marigot Bay fest. Die Marigot Bay gilt als eine der schönsten Buchten in der Karibik und ist entsprechend touristisch erschlossen. Die neue Hotelanlage im Süden ist jetzt fertig und ganz gut gelungen. Natürlich wäre für uns die Bucht ohne die Anlage noch schöner. Den Abend genießen wir im Restaurant Chateau Mygo bei gutem Essen und Live Music. Dorothee und Wilma lassen sich von rhythmischen Musik sogar zum Tanzen verleiten.
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Dorothee und Peter beim Segeln |
Marigot Bay |
Nach einem Spaziergang durch die Hotelanlage und einigen Einkäufen fahren wir am nächsten Tag mittags weiter nach Soufriere. Unser Ziel ist einer der begehrten Bojenplätze westlich der Stadt, die über einer schönen Unterwasserwelt liegen und einen herrlichen Blick auf die Pitons (steile kegelförmige Berge) erlauben. Lange bevor die Bojen in Sicht sind, werden wir von einem Boat Boy empfangen und zu einer freien Boje geführt. Wir gehen alle gleich ins Wasser und finden eine schöne Landschaft mit sehr vielen unterschiedlichen Korallen vor, insbesondere schönen Fächerkorallen. Die Anzahl und Vielfalt der bunten Fische hält sich allerdings in Grenzen, wenn man von einem großen Schwarm gelbgestreifter Fische absieht.
Am nächsten Tag segeln wir früh weiter nach Norden und ankern gegen Mittag in der Rodney Bay, nahe der Einfahrt zur Lagune. Dorothee, Peter und Wilma fahren mit dem Bus in die Hauptstadt Castries, während ich an Bord bleibe. Plötzlich ruft John (Anthony), ein uns bekannter Taxifahrer, nach mir. Ich wollte ihn schon anrufen, weil die offiziellen Taxifahrer der Marina mittlerweile 150 USD für eine Inselrundfahrt verlangen. John bietet uns die Fahrt für 100 USD an, allerdings mit seinem alten Bus und „Local Aircondition“ (offene Fenster).
Am nächsten Morgen verlegen wir uns in die Marina und gehen pünktlich um 10 Uhr mit John auf die Inseltour. Wir fahren an der Westküste entlang nach Süden. Oberhalb von Castries hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Bucht. Etwas später sehen wir die Marigot Bay aus der Vogelperspektive. Dann geht es vorbei an Bananenplantagen weiter nach Soufriere, wo wir in einem netten Strandlokal zu Mittag essen.
Dorothee möchte gern zu der Plantage Morne Coubaril, aber John weiß nicht so recht wo sie ist. Schließlich finden wir die Anlage doch noch und bekommen eine exzellente Führung durch den Besitzer (Franzose) der Plantage. Zuerst beklagt er, dass seine Angestellten sich frühzeitig davon geschlichen haben, doch scheint es ihm richtig Spaß zu machen, seine Anlage selbst vorzustellen. Auf der 1723 gegründeten Plantage werden immer noch Kakao und Kokosnüsse angebaut. Wir erfahren viel über die traditionelle Verarbeitung von Kakao, Kokosnüssen und Zuckerrohr und besichtigen auch eine restaurierte Sklavensiedlung. Vom Anbau und der Verarbeitung von Kakao und Kokosnüssen selbst kann der Besitzer heute nicht leben, 80% seiner Einnahmen stammen von den Kreuzfahrttouristen (Führung: 25 USD/Person). Von uns Mini-Kreuzfahrern will der freundliche Herr aber kein Geld annehmen.
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Plantage Morne Coubaril |
Soufriere und Pitons |
Die nächste Station sind die Sulfatquellen des Vulkans (Soufriere), an die man dicht mit dem Auto heran fahren kann. Wir haben die selbe lustige Führerin wie im letzten Jahr. Bei der Beschreibung des Vulkans und der kochenden Schlammquellen fügt sie immer wieder lächelnd deutsche Wörter ein, und am Ende singt sie sogar noch für die Filmkamera.
Mittlerweile ist es so spät geworden, dass wir auf die Besichtigung des Botanischen Gartens verzichten müssen. Wir fahren zurück in die Rodney Bay und lassen den interessanten Tag mit einem guten Essen in einem Restaurant der Marina ausklingen.
Gegen 11 Uhr laufen wir am nächsten Tag aus der Rodney Bay in Richtung Norden aus. Der Wind ist unter 15 kn und der Atlantik so zahm wie selten. Wir machen über 6 kn Fahrt und können bereits um 16 Uhr in der Anse Mitan auf Martinique ankern. Es ist Ostersamstag und Dorothee produziert mit Hilfe der mitgebrachten Farben viele bunte Ostereier.
Ostersonntag fahren wir nach einem zünftigen Osterfrühstück zuerst zu Mimipanis, um uns die kleine Sophie anzusehen. Sie wurde am 1.4. geboren und die ganze Pinguin-Crew ist stolz und glücklich über den niedlichen Nachwuchs an Bord.
Anschließend fahren wir mit der Fähre in die Hauptstadt Fort de France. Viel können wir Peter und Dorothee hier nicht zeigen, denn die Stadt ist heute wie ausgestorben. Schnell fahren wir zurück zur Anse Mitan bzw. in den Ort Pointe du Bout, wo wegen der Touristen fast normaler Betrieb herrscht. Den Abend verbringen wir zusammen mit der Mimpimanis-Crew im Restaurant Le Ponton, direkt am Meer.
Am Montag starten wir gegen 9 Uhr in Richtung Le Marin. Bei knapp 15 kn Wind und niedrigen Wellen segeln wir zunächst Richtung Süden. Weit hinter dem Diamond Rock beginnen wir Richtung St. Anne zu kreuzen. Bei 1 bis 2 Kn Strom aus Osten sehen unsere Kreuzschläge auf dem PC gar nicht gut aus. Die letzten Seemeilen fahren wir deshalb mit Maschine, auch um vor St. Anne noch genügend Zeit zum Baden zu haben. Kurz nach 16 Uhr machen wir wieder in der Marina du Marin fest.
Heute, am 10.04., fliegen Dorothee und Peter zurück nach Deutschland. Wir nehmen uns wieder einen Leihwagen und wollen den südlichen Teil der Insel erkunden, den wir bislang auch nur zum Teil kennen. Zunächst fahren wir in das kleine Ferienstädtchen St. Anne und an den Strand des Club Med, der mit seinem weißen Sand und den hohen Palmen dem üblichen Karibikbild entspricht. Noch besser gefällt uns der lange Palmenstrand südlich von St. Anne. Da er an der äußersten Südspitze der Insel liegt, sind die hier die Wellen allerdings höher. Direkt hinter dem Strand liegt eine Saline, die heute ein Naturschutzgebiet ist. Interessant sind hier u. a. die vielen Krabben, die nur eine große Zange haben.
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Osterfrühstück an Board |
Strand am Club Med |
Nach dem Ausflug und einer letzten Kaffeepause an Bord fahren wir mit Dorothee und Peter zum Flughafen. Die Zeit mit ihnen ist wie im Fluge vergangen. Wir hoffen, dass wir ihnen ein bisschen Karibik und etwas aus dem Leben von Langzeitseglern zeigen konnten.